OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Barbara Leucht ist unterwegs – eine notwendige persönliche Würdigung

Barbara Leucht – eine OMA GEGEN RECHTS

Mascha Kaleko hat ein Gedicht geschrieben, das ich sehr liebe. Es heißt „Memento“ und ich werde es unten zitieren.

Gestern schrieb uns einer der Söhne von Barbara: Ihr Lieben, Barbara ist heute Abend gegen 20.30 losgezogen. Wir waren bei ihr und haben mit ihr geweint und ihr die besten Grüße an alle mitgegeben, die auf der anderen Seite auf sie warten.

Barbara habe ich 2018 bei den OMAS GEGEN RECHTS kennengelernt. Seither war sie immer an meiner Seite. Ohne sie hätte ich oft aufgegeben. Wir gehörten zu den wenigen OMAS, die aus der DDR kamen – Generation der Nachkriegskinder und „Auferstanden aus Ruinen“. Die DDR war unser Land, das wir gern besser gehabt hätten, aber verschwinden sollte es nicht. Barbara und ich waren nicht immer, aber fast immer, einer Meinung. Das hat gut getan. Sie hat viel dafür getan, dass ich mich niemals allein gefühlt habe. Mal mit einer SMS, mal mit einem langen Telefonat. Sie war immer bescheiden – nie laut. Sie stellte sich an die Seite, nicht in die Mitte. Aber sie sah viel. Sie liebte die Menschen. Barbara war Kinderärztin. Wir hatten viel zu wenig Zeit für einander. Barbara kümmerte sich um kranke Menschen, aus der Familie, Freundinnen und auch um solche, die einfach nur allein waren und sie brauchten. Ich arbeitete noch. Wir telefonierten oft und lange. Bei ihr konnte ich mich fallen lassen. Sie stand mir bei allen schmerzhaften Trennungen der OMA-Gruppen – und es gab einige – zur Seite. Sie war auch da, als die Angriffe von rechts kamen. Sie war einfach immer da. Auch als sie schon lange im Krankenhaus lag und gegen den Krebs kämpfte.

Wir kannten uns schon einige Jahre, als wir zufällig darauf kamen, dass es zwischen uns auch noch eine andere Verbindung gab als die OMAS GEGEN RECHTS. Unsere Gruppe OMAS GEGEN RECHTS Berlin / Deutschland-Bündnis unterstützt seit vielen Jahren den Jugendklub „Jup e.V.“ in der Florastraße. Zu diesem Klub hatten wir beide eine Verbindung – mein Freund Uwe Bunkenburg war auch ein Freund ihrer Schweigertochter und ihres Sohnes. Liane gehörte zu denen, denen die Existenz des JUP zu verdanken ist. Mit Uwe lief ich barfuß durch die Florastraße, aber das ist eine andere Geschichte.

Auf den Plena unserer Gruppe gibt es eine Frage, die jede am Anfang beantworten soll: Wie geht es Dir? Barbara sprach immer über Menschen, um die sie sich kümmerte, nie über sich. Sie machte jeder einzelnen OMA von uns Mut. Sie war meinungsstark, aber sie stritt nie, sie blieb immer freundlich. Ihre Freundlichkeit, ihre Herzlichkeit und ihre Zugewandtheit zu allen – ich wünschte, die könnten wir verteilen. An die Bäume heften als Nachrichten und in die Briefkästen stecken zur Ermutigung.

Ich nehme Barbara mit, wohin ich auch gehe. Das bleibt. Nie werde ich durch die Schönholzer Heide und durch das Ehrenmal gehen können, ohne an sie zu denken. Es wird keine Kundgebung geben, bei der ich sie nicht hinter mir fühle. Und auch, wenn es mir schlecht geht, bleibt sie ein Beispiel für mich. Ihr monatelanger Kampf gegen die Krankheit war einer voller Mut.

Barbare war im Krankenhaus und in ihrem Kampf nicht allein. Es gab eine Besuchsliste und täglich waren Familie und Freunde und Freundinnen um sie herum. Sie erzählte mir, wie dankbar sie war, dass jetzt ihre Söhne für sie eintraten, wenn ihr selbst die Kraft mal fehlte. Sie kämpfte um Rehabilitation, um Selbständigkeit, um zu Hause sein zu können. Sie ist gestern zu Hause gestorben. Sie ist aber nicht weg. Sie ist anderswo – aber auch bei uns. Bei allen Menschen, die sie geliebt hatten.

Wir OMAS werden sie in unserer Gruppe nicht löschen. Sie gehört zu uns. Wir nehmen sie mit, wohin wir auch gehen.

Maja Wiens

 

Mascha Kaléko

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

 

DEMO Gegen Rassismus – Alexanderplatz
Barbara Leucht – OMA GEGEN RECHTS

Berlin – Neuer Protest vor dem „Braunen Haus“ nötig!

Gegenprotest

#b0707 Unfreundliche Begrüßung – Gegen Biedermeier*innen und Brandstifter*innen! Mit Martin Niemöller an der Seite: Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich

war ja kein Kommunist./ Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler./Als

sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja keinJude. / Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte./ Martin Niemöller

Berlin: Mahnwache gegen Antisemitismus

#b1906 #Mahnwache #GegenAntisemitismus Immer wieder stellen war uns an die Synagoge der Kahal Adass Jisroel Gemeinde. Wir sind Nachbarinnen und Nachbarn, aber inzwischen auch Freundinnen und Freunde. Am 18. Oktober 2023 wurde die Synagoge mit einem Brandanschlag angegriffen. Nur ein Zeichen des wachsenden Antisemitismus. Jüdisches Leben muss sicher sein, in Berlin, in Deutschland und überall auf der Welt! Kein Mensch soll Angst haben, einen Davidstern zu zeigen oder eine Kippa zu tragen. Als ein kleines Zeichen begleiten wir den Schabbat. Bitte unterstützt unsere Mahnwache, kommt vorbei.

Mahnwache gegen Antisemitismus

orbei!

1933 wurden in Kassel Bücher verbrannt, und heute?

(Fotos: Privat)

 

Traueraufzug der OMAS GEGEN RECHTS Kassel

Am Dienstag, den 19.05.2026 ab 15:00 Uhr werden die OMAS GEGEN RECHTS Kassel bei einem Traueraufzug in der Kasseler Innenstadt der großen Bücherverbrennung vom 19. Mai 1933 gedenken. Start ist um 15 Uhr am Aschrottbrunnen neben dem Rathaus. Von dort wird es über weitere Stationen am Spohrplatz, der Treppenstraße und dem Königsplatz zum Friedrichsplatz gehen. An jeder Station wird ein Mitglied der OMAS GEGEN RECHTS Kassel einen kurzen Text anlässlich des Gedenkens gegen das Vergessen dieses großen Unrechts vortragen. Die OMAS werden bei dieser Aktion auch Bezug auf die aktuelle Situation in Deutschland nehmen.

Ab 16 Uhr werden auf einem Tisch am Friedrichsplatz zahlreiche Bücher, die damals verbrannt wurden, präsentiert. Einige OMAS GEGEN RECHTS werden Textstellen daraus vortragen und für Gespräche mit Interessierten zur Verfügung stehen.

(Text: Claudia D.)

Oper für Neonazis? Die OMAS GEGEN RECHTS zu „Zornfried“ am Staatstheater Kassel

Das Staatstheater bringt mit der neuen Oper „Zornfried“ die Verlockungen und Gefahren von Nazi-Ideologie und rechter Kulturpolitik auf die große Bühne. Wir OMAS GEGEN RECHTS Kassel wollen uns zu dem politisch brisanten Stück positionieren. Deshalb werden wir bei der Premiere am 18. April 2026 mit einer Kundgebung vor dem Interim Haltung zeigen und zu allen Vorstellungen das Kasseler Publikum über unser Engagement informieren.

Mit freundlicher Genehmigung des Staatstheaters Kassel folgen hier alle Termine der Aufführung und der Link zu „Zoernfried“:

18.04., 23.04., 02.05., 09.05., 15.05., 29.05., 14.06., 20.06., 24.06.
https://www.staatstheater-kassel.de/play/zornfriedua-3265

(Foto: privat)

Leserinbrief zu den neuesten Entwicklungen der Asylpolitik von Herrn Dobrindt

Integration verhindern und sich der AfD anbiedern

Bravo, Herr Dobrindt! Der nächste Schritt ist getan. Das wird der AfD gefallen!

Sie verlängern die Grenzkontrollen über den 15. März hinaus im Widerspruch zu den europäischen Richtlinien. Das soll den Zuzug Asylsuchender verhindern und die Isolierung der Menschen in Lagern außerhalb Deutschlands erleichtern. Und weil ja nun immer weniger es bis nach Deutschland schaffen, haben Sie gleich vorsichtshalber die Gelder für Integrations- und Sprachkurse hierzulande gekürzt bis gestrichen. Dies zielt vor allem auf die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ab. Viele dieser Menschen sind gut ausgebildet und könnten nach ausreichendem Spracherwerb dem Fachkräftemangel bei uns entgegenwirken. Ihr Amt argumentiert aber sinngemäß, dass sich in diesen Fällen die Integration nicht lohnt, weil die Menschen nach Ende der Kriegshandlungen in ihr Heimatland zurückkehren sollen. Bis dahin soll ihnen das Wohlfühlen in unserem Land so weit wie möglich erschwert werden. Das bedient die Forderungen der AfD! Sie nennen es „neue Migrationspolitik“. Ich behaupte: So ziehen Sie keine einzige Wählerstimme von der AfD ab, hier wählen die Menschen lieber das Original als die Kopie.

Ich fordere Sie auf, sich zu erinnern: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (GG, Art. 1) Der Staat und seine Behörden sollen Geflüchtete würdig behandeln, sie zur Integration motivieren und ihnen durch Abbau von bürokratischen Hürden die Arbeits-Aufnahme erleichtern. Wir brauchen diese Menschen und dürfen ihnen deshalb nicht das Leben bei uns erschweren und so zur Isolation und Bildung von Parallelgesellschaften beitragen. Integration erspart künftige Probleme.

Sigrid Schleck, OMAS GEGEN RECHTS, Kassel

Mahnwache für die Opfer des rassistischen Amoklaufes in Hanau 2020 am 19. Februar 2026

Wie gedenken der Opfer von Hanau. Das Leid, das ein rassistischer und hassgetriebener Mensch verursacht hat, wird nicht vergehen. Hass und Hetze machen alles kaputt. Das Mitmenschliche und das Gute.

Wir sprechen die Namen der Opfer laut aus, lassen Zeit der Stille zwischen den Namen und erinnern uns in Gedanken an ihre Familien und ihre Freunde, die sie vermissen, denn sie fehlen.

Die Reutlinger Omas gegen Rechts, zusammen mit Seebrücke, AK Flucht und Asyl, SOKO Reutlingern und VVN-BdA.