OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Antirassistischer Feminismus – jetzt erst recht!

Zu diesem Thema fand anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen eine virtuelle Podiumsdiskussion des Dachverbandes der Migrantinnenverbände DaMigra mit Politikerinnen und NGOs aus Mecklenburg-Vorpommern  statt, bei der sich auch Zuhörerinnen beteiligen konnten. Nachdem ich als OMA gegen Rechts im Zusammenhang mit dem Tag gegen Gewalt an Frauen mit DaMigra Kontakt aufgenommen hatte, war ich eingeladen und erlebte eine hochaktuelle, spannende Diskussion. 

Migrantische Frauen sind von Rassismus, Gewalt UND frauendiskriminierenden Gesetzen, Strukturen und Machtverhältnissen bedroht. Am bedrohlichsten ist die Situation für Frauen, deren Aufenthaltsstatus unsicher ist.  Aber auch Migrantinnen, die schon länger in Deutschland leben, erleiden Gewalt und Diskriminierung. Die sozialen und politischen Strukturen in Deutschland unterstützen die Ungleichbehandlung, auch im Hinblick auf migrantische Männer. Mitarbeiter*innen in Institutionen vertreten, zusätzlich zu ihrem Rassismus, ein traditionelles Frauenbild und unterlassen oft die erforderlichen Bemühungen zur Integration in den Arbeitsmarkt.

Auch unter den Migrantinnen selbst gibt es je nach Herkunft Auseinandersetzungen um Anerkennung,  auch unter ihnen gibt es Rassismus. Die Moderatorin und andere Teilnehmerinnen der Diskussion wiesen wiederholt darauf hin, dass auch die für Feminismus und Antirassismus engagierten Frauen Vorurteile haben und dagegen ankämpfen müssen.

Von der Politik gefordert wurde eine gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen an den Ressourcen im Bildungssystem, im Gesundheitssystem und in allen politischen Institutionen. Dazu sollen Parteien befragt werden, um ihren Standpunkt zu erfahren. Dabei ist, dies wurde betont, nicht die AfD die Hauptgefahr, sondern die Migrantinnen in Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich in besonderem Maße von Organisationen wie Nordkreuz und von den Nachfolgern des NSU bedroht.

Bei der Diskussion fragte ich, ob die Anwesenden schon Kontakt mit den OMAs gegen Rechts aufgenommen  hätten. Das war offenbar nicht der Fall, aber einige Diskutantinnen nahmen den Hinweis auf unsere Existenz gerne auf. Sie wollen schauen, ob es in ihrem Umfeld OMA-Gruppen gibt. Es wäre schön, wenn es zu mehr Zusammenarbeit zwischen Migrantinnen und OMAs käme – schließlich ziehen wir alle am gleichen Strang: Gegen Rechts.

Die ganze Diskussion lässt sich erleben unter: Diskussion bei DaMigra.

Hilde von Balluseck

Bochum: OGR gegen demonstrieren gegen Coronaleugner

Die Omas gegen Rechts Bochum & West demonstrierten am Samstag, den 21.11.2020 mir Abstand und friedlich mit ca. 300 anderen engagierten Bürger*innen, die dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechts Bochum unter dem Motto „ Solidarität statt Verschwörung“ gefolgt waren, gegen eine Kundgebung der rechtsunterwanderten Coronaleugner in Bochum , zu der die sog. „Querdenker“ hier im Ruhrpott aufgerufen hatten. Ein Hoffnungsschimmer: Wir Gegendemonstranten waren annähernd so viele wie diese rechtsoffenen Corona-Schwurbler.

 

Niemals wieder – niemals vergessen!

Niemals wieder – niemals vergessen!
Zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht vor 82 Jahren haben Omas gegen Rechts Bochum & West Stolpersteine in Bochum-Ehrenfeld und Bochum-Wattenscheid für die Familien Graf, Löwenstein, Wittgenstein und Basch, die von den Nazis in Konzentrationslager verschleppt und dort grausam ermordet wurden, geputzt und damit ein Zeichen gegen Rassismus und wieder aufkeimendem Faschismus in unserem Land gesetzt.
omasgegenrechts-bochum@gmx.de

 

Mahnwachen für Moria

Der Brand in Moria hat die menschenunwürdigen Bedingungen des Flüchtlingslagers wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, und auch unseres getrieben. Schon lange fordern wir, gemeinsam mit vielen anderen Organisationen wie der Seebrücke, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Aus strategischen Gründen lehnt die Bundesregierung dies ab, obgleich viele Städte und Gemeinden deutlich zum Ausdruck bringen: „Wir haben Platz!“

Der Brand in Moria hat die Forderungen aller Organisationen, nun endlich zu handeln, verstärkt. Die Initiative der OMAs GEGEN RECHTS hatte sich zu einer ersten Mahnwache entschlossen, die wir am 17. September von 11-12 Uhr auf dem Alexanderplatz veranstaltet haben. Viele PassantInnen signalisierten Unterstützung, ein Mann mit Migrationshintergrund war begeistert, weil er sich mit seinen unaufhörlichen Diskriminierungserfahrungen verstanden fühlte. Es war ein bisschen kühl und windig, aber wir haben schließlich schon Herbst.

Als wir erfuhren, dass die österreichischen OMAs ab dem 22.9. Mahnwachen in Wien abhalten, weil sie von dem ewigen NEIN von Kanzler Kurz und seiner Regierung entsetzt sind, haben wir uns zu einer kleinen Solidaritätsaktion entschieden, diesmal vor der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, Unter den Linden.
Uns war klar, dass die deutsche Regierung sich als Teil eines uneinigen Europas erlebt, und dass es in der Verantwortung der EU liegt, die Situation zu ändern. Deswegen haben wir erneut eine Mahnwache angemeldet, diesmal vor der EU-Kommission. Der 23. September war wohl der letzte Sommertag, um 11 schien die Sonne nicht nur, sie stach. Aber immerhin waren wir 15 Frauen, die die Stellung eine Stunde lang hielten. Die meisten PassantInnen hatten ihre eigenen Sachen im Kopf und beachteten uns kaum. Aber es gab auch deutliche Zustimmung – und natürlich einen Querdenker, der schon unter Alkohol stand.

Wie aktuell wir waren, zeigte sich am gleichen Tag, an dem die EU-Kommission ihr neues Konzept für die Asylpolitik vorgelegt hat. Die Nein-Sager wie Österreich, Ungarn, Polen haben sich durchgesetzt. Die meisten Aussagen der EU-Kommision zur Asylpolitik sind eine Verstetigung des schrecklichen Status quo. Und dabei wird die Sprache vergewaltigt, so wie es George Orwell in 1984 beschrieben hat. Ich traute meinen Ohren nicht, als ich im Radio hörte, dass Staaten, die nicht bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen, nach dem neuen EU-Konzept „Patenschaften“ übernehmen sollen. Was ist damit gemeint? Sie sollen die Rückführung von Flüchtlingen in die Hand nehmen, deren Asylantrag abgelehnt wurde. Das ist schon ziemlich pervers, wenn man an die Bedeutung des Wortes im Alltag (und nicht bei der Mafia) denkt.

Hilde von Balluseck

(Initiative OMAS GEGEN RECHTS BERLIN)

Kieler Omas zu Gast in Hamburg

Sonntag, 30. August – bei typisch norddeutschem Sommerwetter mit Wind und Wolken trafen sich 8 Kieler Omas und 2 Opas gegen Rechts, um gemeinsam mit der Bahn nach Hamburg zu fahren.

Ziel war der Bahnhof Hamburg-Dammtor, von dem aus wir nach einem kurzen Spaziergang in der Grindelallee 43 ankamen. Dort, vor dem Eingang des Frauenarchivs, erwartete uns schon Dr. Rita Bake, Historikerin und ehemalige stellvertretende Direktorin der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung.

„Ganz nah beieinander“ lautete der Titel des historischen Rundganges durch das Grindelviertel. In ihren lebendigen und detaillierten Schilderungen der Schicksale, die sich hinter den Fassaden verbergen, zeigte Rita Bake anschaulich und beeindruckend, wie nahe beieinander im Nationalsozialismus in der Tat Täterinnen und Opfer lebten, dass Mitläuferinnen und Frauen im Widerstand in unmittelbarer Nachbarschaft lebten, wie eng stilles Heldentum und feiges Schweigen nebeneinander existierten.

Fast 2 Stunden lang hörten wir über die Schicksale jüdischer Frauen, die deportiert wurden, über Frauen, die ihr Leben riskierten, um ihren Mitmenschen zu helfen und auch über Nationalsozialistinnen, die im Deutschland der Nachkriegszeit ihre Karrieren unbehelligt fortführten und für ihr Handeln im Faschismus nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.

Uns allen wurde wieder einmal sehr deutlich, wie unvorstellbar grausam und unmenschlich der Faschismus mit Menschen umgegangen ist, und – wie auch Rita Bake es betonte – wie wichtig unser Engagement gegen die neuen Rechten und ihren Faschismus ist.

Nie wieder dürfen Menschen wegen ihrer Herkunft ausgegrenzt, verfolgt und gar ermordet werden. Und nie wieder darf es so weit kommen, dass es Heldenmut erfordert, einfach nur menschlich zu sein!

Weiterlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rita_Bake

FSAH Flyer Rundgang 212x212mm +3mm Druck

Entfreundet Euch – Post einer OMA GEGEN RECHTS bei Facebook

Vera Steden, Leichlingen
 

Seit gestern schaue ich mir nun die Fotos der Berliner Coronaleugnerdemo an. Eigentlich könnten es schöne Fotos sein. Bunt sind sie. Wenn ich sie mit Fotos von rechten Demos vergleiche, fällt mir kein einziges Schwarz-Weiß-Foto auf. Ein Filter, der sonst gerne für bedrohliche Szenarien genutzt wird. Fantasievoll verkleidete Menschen in der Hauptsache, keine Glatzen, Springerstiefel oder sonstiges geistiges Persönlichkeitsmobiliar. 16.000 Besucher oder 1.000.000. Keiner weiß es so genau. Wichtig ist einzig, dass diese Menschen in ihrer Verblendung bereit sind, entgegen alle wissenschaftliche Erkenntnisse jeden Menschen, der in den nächsten Tagen in ihre Nähe kommt, zu gefährden. Maske aus! Kondom weg! Lass se ersaufen! Wir können nicht alle retten! Mir das meiste! Jeder, der will, kann ne Wohnung kriegen, dann muss auch niemand auf der Straße schlafen! Warum eigentlich noch auf die Feinheiten achten? All das sind Auswüchse einer Mentalität, die einzig den eigenen Spaß, den eigenen Wohlstand und den persönlichen Komfort vor Augen hat. Maske ab! Alle Menschenverachtung in zwei Worten! Heute kann es ein Virus sein, gestern ertrinkende Geflüchtete und morgen? Wer weiß das schon. Eine laute Minderheit, die sich als absolute Mehrheit fühlt findet gerade in der heutigen Zeit, in der die Probleme potenziert sichtbar werden, stets Gelegenheiten, alles in Frage zu stellen, was Wissenschaft, Moral und Ethik uns abverlangen.

Es waren wohl auch viele Besucher mit ihren Kindern da. War es ihnen egal, dass die Kinder seit März kaum in die Schule oder in den Kindergarten gehen konnten? Egal, dass gerade die Schüler in den höheren Klassen wegen des Homeschoolings, das teilweise digital, teilweise nicht stattfand, regelrecht abgetaucht sind? Egal, wie viele Kinder und Ehepartner in ihrer persönlichen Hölle zu Hause wie Gefangene lebten? Egal, wie vielen Kulturinstitutionen, Freischaffenden, Künstlern, Gaststättenbetreibern das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht? Egal, dass man Verwandte in Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht besuchen konnte und Menschen, die man liebt, gestorben sind, ohne dass man sich von ihnen verabschieden konnte? Egal, dass wir auch jetzt wieder auf dem besten Weg sind, unsere Kinder, Jugendliche, die Älteren und Schwächsten unserer Gesellschaft zu opfern für das Gefühl, als Minderheit überlegen zu sein und den Zweifel sowie die Ablehnung derart kultiviert zu haben, dass jede Logik ad absurdum geführt wird.

Es gab sie doch immer schon. Die Handvoll derer, die aufgewacht sind, die sich erleuchtet fühlten und im Besitz der absoluten Wahrheit waren. Niemand, auch kein Wissenschaftler kann auf seine Wahrheit pochen und sie als unumstößlich ansehen. Das wird auch niemand. Wahrheit ist fragil und oft von einer Perspektive abhängig. Sie ist so lange gültig, bis es neue Erkenntnisse gibt. So lange sollten wir ihr vertrauen , auch wenn es nicht unsere ist. Ich glaube, ich bin die erste, die ihre Maskensammlung nach ganz hinten ins Regal räumt, wenn es einmal vorbei ist, denn dieses Gefühl mit der Maske vor dem Gesicht nervt mich auch. Ich möchte das ganze Gesicht meines Gegenübers sehen und auch mein ganzes Gesicht zeigen. Dennoch… wir benötigen Geduld und dieser Geduldsfaden wird mit jeder dieser idiotischen Demos weiter strapaziert und wird so länger und länger. Das macht mich richtig wütend! Die Zeit der Pandemie verlängert sich mit jedem, der diese Pandemie leugnet und nicht bereit ist, diese wenigen Regeln, die unangenehm sein können und trotzdem von jedem ohne Probleme befolgt werden können, einzuhalten. Deshalb…

Habt Geduld! Und die, die gestern in Berlin waren oder auch nur im Geiste bei diesen Chaoten mitmarschiert sind und sich überlegen fühlen, indem sie auf die einfachsten Anstandsregeln verzichten und sich so als Widerstandskämpfer fühlen:

Entfreundet euch! Ernsthaft! Es gibt keine Gemeinsamkeiten!

Die Redaktion der Seite OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS bedankt sich bei der Autorin für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Der Abend, an dem die Bücher brannten!

Am 09.06.2020 erinnerten die Omas gegen Rechts Bochum & West gemeinsam mit dem Theater Löwenherz unter der einfühlsamen Regie von Hendrik Becker mit einer szenischen Leseperformance an die Bücherverbrennung am 09.06.1933 auf dem Imbuschplatz in Bochum.

Neben Mascha Kaléko, Rose Ausländer und Nelly Sachs kamen auch Heinrich Heine, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Rainer Maria Rilke und Bertold Brecht zu Wort.

Zahlreiche Zuhörer*innen aber auch Passanten nahmen auf Abstand und mit Masken an dieser eindrucksvollen, emotional sehr berührenden Openair-Veranstaltung teil.

Am Ende kam eine Spende von 422 € für die Gedenkstätte Auschwitz zusammen, deren Haushalt für dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie zusammengebrochen ist.

Unser herzlicher Dank geht an alle Akteur*innen, Zuschauer*innen und Unterstützer*innen.

 

omasgegenrechts-bochum@gmx.de

BLACK LIVES MATTER

Rassismus – hier und anderswo

Viele kluge Menschen haben sich bereits zum Thema Rassismus geäußert. Warum sollen „OMAS gegen Rechts“ auch noch ihren Senf dazu geben? Ganz einfach, weil unsere Bewegung die Verneinung jedes Rassismus in ihrer DNA hat. Wir gehen besonders sensibel mit diesem Thema um, weil wir aus unserer Geschichte gelernt haben und weil wir die Seuche des Rassismus auch heute noch bei uns, in Deutschland und in Europa, erleben. Aktuelle Argumente möchte ich nicht aufgreifen, sie sind uns allen aus öffentlichen Medien präsent. Ich möchte etwas zu den Ursachen zu sagen. Besonders bewegt und betrifft uns unser Verhältnis zu unseren jüdischen Mitbürgern, die seit etwa 2000 Jahren aus Palästina auf der Flucht vor der römischen Unterdrückung in das damalige Germanien auswanderten. Quelle: „Leo Sievers, Juden in Deutschland, die Geschichte einer 2000jährigen Tragödie.“ „Seit bald 2000 Jahren leben Juden in Deutschland. Sie kamen als Flüchtlinge und Heimatvertriebene im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung und als sie kamen, hatten sie schon eine bewegte Geschichte hinter sich….Deutschland wurde ihr Schicksalsland vor allen anderen.“

Diese Sätze über Migration der Gegenwart wiederholen sich auf andere Weise in den Jahren 2015 und folgende, mit Menschen auf der Flucht vor Krieg und Hunger, die in Deutschland Zuflucht suchen.

Anders gestaltet sich das Thema Rassismus in den USA. „Die Geschichte der Vereinigten Staaten beginnt mit den dreizehn britischen Kolonien, die 1776 ihre Unabhängigkeit erklärten. Einer der ersten afrikanisch stämmigen Einwohner der seit 1607 dauerhaft bestehenden britischen Kolonie Virginia war Anthony Johnson, der 1621 als Schuldknecht nach Jamestown gebracht wurde “ (Zitat: wikipedia.org) Die Besiedlung und Beherrschung des amerikanischen Kontinents erforderte den „Import“ von billigen Arbeitskräften. Es bot sich der „Export“ afrikanischer Menschen aus den dort bereits bestehenden europäischen Kolonien an. Selbstverständlich war mit der Inbesitznahme der afrikanischen Menschen deren Zwangsmissionierung verbunden. Die versklavten Afrikaner hatten keinerlei Menschenrechte, die ihnen verliehenen Namen waren die der jeweiligen Sklavenherren, das Prinzip der Entmenschlichung und Herabsetzung führte und führt zu all den Auswüchsen, die auch heute in den jetzt aktuellen Menschrechtsverletzungen erlebbar sind. Während die Unterjochung Nicht-Europäischer Ureinwohner in den Vereinigten Staaten durch vornehmlich Nordeuropäer erfolgte, wurde Mittel- und Südamerika durch die damaligen Weltmächte Spanien und Portugal betrieben. Gern exportierte man Gold und Silber und Gewürze an die europäischen Königshöfe, die Unterdrückung, Missionierung und teilweise Ausrottung der Ureinwohner war auch hier das Merkmal europäischer Machtausübung. Die Kolonisierung Afrikas durch weiße Siedler bedeutete auch hier Vertreibung, Ausbeutung und Zwangsmissionierung der Ureinwohner. Das Thema Rassentrennung ist bis zur Gegenwart erlebbar.

Was haben Migration nach Europa und Kolonisierung durch Europa für Spuren hinterlassen? Die Juden, die nach Deutschland auswanderten, waren größtenteils hoch gebildet, durch ihre wechselvolle Geschichte konnten sie sich anderen Kulturen anpassen, ohne dabei ihre Identität zu verlieren. Die Ausgrenzung der fleißigen, gebildeten Juden bedeutete im Konkurrenzkampf, ihnen Einschränkungen bei der Berufswahl – und ausübung, der Namensgebung aufzuerlegen und sehr bald auch die Einschränkung der Wohngebiete in Ghettos sowie der Religionsausübung. Eine Überlegenheit der „Arier“ über deutsche „Semiten“ konnte nur durch Ausbildung künstlich erzeugter Ideologien hergestellt werden. Das ging so weit, dass viele „Arier“ sich ihre Menschlichkeit aberzogen, was bis zum Holocaust führte. Wir „OMAS gegen Rechts“ sehen es als unserer Aufgabe an, dass die Untaten unserer Vorfahren in unserem Bewusstsein und dem unserer nachfolgenden Generationen bleiben. Diese verheerende Erfahrung veranlasst uns, bei der Aufnahme und Unterstützung jetziger Migranten ihnen Mitgefühl und Respekt entgegen zu bringen. Die sich vor allem in den USA abzeichnenden Probleme sind vor allem durch das tradierte Bewusstsein einer Überlegenheit der weißen Rasse gegenüber dunkelhäutigen Afroamerikanern und Migranten geprägt. Sie mussten und müssen sich eine Gleichbehandlung bei Zugang zu Bildung, Arbeit, Wahlen und Gesundheitsschutz mit Blut und Tränen erkämpfen. Wir „OMAS gegen Rechts“ sehen in jeglicher Diskriminierung von Menschen anderer Rasse, Religion oder sexueller Orientierung eine Verletzung der Würde eines jeden Menschen. Wir wissen und fordern, dass durch Zugang zu Bildung und einer Behandlung auf Augenhöhe aller Menschen in allen Ländern Flucht vermieden und eine gerechtere Güterverteilung erreicht werden soll. Eine gerechte Welt ist möglich! Um es mit dem abgewandelten Ausruf der Afroamerikaner zu sagen: „Black lives matter“, aber auch „All human lives matter“.

Herzliche Grüße, Ulla Schneider de Moreno

Tag der Befreiung - Gedenken in Bremen

Rückblick: Bremer OMAS am 8. Mai 2020

Am 08. Mai hielt die VVN-BdA Bremen in Kooperation mit dem Verein Deutsch-Russische Friedenstage Bremen e.V. und den OMAS GEGEN RECHTS zum Gedenken an den 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und Krieg auf dem Bremer Marktplatz eine Mahnwache ab. Unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes und der Maskenpflicht versammelten wir uns, um zu gedenken.

Wir Bremer OMAS bildeten mit 16 Omas, die größte Gruppe. Obwohl die Meisten von uns zu Risikopersonen zählen, ließen wir es uns nicht nehmen, an so einem wichtigen Tag präsent zu sein. Es gab kurze Redebeiträge. Simon Elias, von der „shakespeare company e.V.„, trug den Schwur von Buchenwald vor und die antifaschistischen Lieder, die das „Rote Krokodil“ spielte, machten das Gedenken zu einer würdigen Veranstaltung.

Einige OMAS gingen danach noch Blumen an Stolpersteinen niederlegen, um der Opfer zu gedenken.

Es war schön endlich mal wieder zusammen auf der Straße zu sein, aber auch in dieser Zeit geben wir den Kampf gegen Rechts und das Erinnern nicht auf.

(Marion)

8. Mai – Tag der Befreiung

Wir sind verantwortlich!

„Meine Freunde berichten, dass inzwischen auf Lesbos Chaos ausgebrochen ist. Horden von rechten gehen über die Strassen und schlagen Menschen zusammen. Sie halten Autos an und verlangen Dokumente. Wenn du Ausländer bist, wirst du zusammen geschlagen, das Auto wird demoliert. Niemand greift ein, Polizei lässt sich nicht blicken. Menschen verstecken sich, wo sie nur können. Niemand ist mehr sicher.“

Bericht von Hanna A.

Sie schickte mir außerdem folgenden Link:  Bericht über Lesbos – in Englisch