OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Schützen Sie die Demokratie! Brief aus Osnabrück nach Halle

Dieser Brief der OMAS GEGEN RECHTS aus Osnabrück wurde gerichtet an: Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und den Rat der Stadt Halle/Saale

Sehr geehrte Damen und Herrn,

hiermit wenden wir – OMAS GEGEN RECHTS aus Osnabrück – uns an Sie mit der Bitte, mit den Ihnen zur Verfügung stehenden demokratischen und rechtsstaatlichen  Mitteln, den frauenfeindlichen, antisemitischen, rassistischen, beleidigenden und Menschen verachtenden Reden von Sven Liebich in Ihrer Stadt keinen Raum mehr zu geben. Es ist nicht hinzunehmen, dass engagierte Bürger*innen lautstark und öffentlich als „Zecken“ tituliert werden, dass ältere Frauen in Ihrer Stadt mit den Worten: „Da kommt die „Division Inkontinentia“ begrüßt werden. Dies ist leider nicht nur ein respektloses, ungehöriges Verhalten, sondern Teil einer gezielten verunglimpfenden Kampagne, mit der Sven Liebich das Recht auf freie Meinungsäußerung für seine Zwecke missbraucht. Es kann doch nicht angehen, dass sich Herr Liebich vorab Zeugen organisiert, dann gezielt andersdenkende Menschen provoziert, um sie anschließend wegen angeblicher Beleidigung seiner Person anzeigt. Dies konnten wir am 08.08.2020 auf dem Marktplatz in Halle beobachten. So ist Halle kein Ort, den wir nochmals gern besuchen würden. Sven Liebich schafft dort auf dem Marktplatz von Halle eine Atmosphäre, in der sich niemand länger als nötig aufhalten möchte.

Bitte verstehen Sie uns nicht falsch. Wir möchten nicht von weit her Ratschläge erteilen. Zu solcher Überheblichkeit besteht kein Anlass. Allein die Tatsache, dass wir uns auch in Osnabrück als OMAS GEGEN RECHTS gegründet haben, zeigt ja, wie notwendig es ist, vor der eigenen Haustür zu kehren.

Haben die Verantwortlichen in ihrer Stadt denn schon kapituliert oder findet Sven Liebich gar Dulder und Unterstützer in ihren Reihen?

Mittlerweile haben Sie sich Herr Wiegand und einige andere Ratsmitglieder für ein Verbot der Liebich-Hetze in Ihrer Stadt eingesetzt. Das begrüßen wir ausdrücklich.

Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes haben vielleicht nicht vorhergesehen, dass sich Gegner von Rechtstaatlichkeit und Demokratie so scharmlos an ihren Prinzipien vergreifen und versuchen, sie auszuhöhlen und   ins Gegenteil zu verkehren. Sie haben aber auf keinen Fall gewollt, dass sich Verfechter von faschistischen Ideologien und autokratisch denkende Menschen damit auch noch wieder Handlungsmöglichkeiten und Macht verschaffen können.

Gerade die Kriegs- und Nachkriegsgeneration, zu der auch wir gehören, hat eine besondere Sorge vor dem Wiedererstarken von faschistischem Gedankengut, von Verunglimpfung, Hass und Hetze. Mit dem Rückblick auf die deutsche Geschichte kommt diese Befürchtung aber nicht von ungefähr. Umso besorgter sind wir – auch im Hinblick auf das verheerende Attentat, geschehen in Halle – zu welchen Auswüchsen es kommen kann, wenn geistige Brandstifter ihr Unwesen treiben.

Sie als gewählte Vertreter*innen im Rat der Stadt Halle haben einen Eid geleistet, die Demokratie zu schützen. Es darf nicht sein, dass keine rechtsstaatlichen Mittel zur Verfügung stehen, um solchem Gebaren Einhalt zu gebieten. Und sollten solche Möglichkeiten tatsächlich nicht existieren, so ist es unsere und Ihre Aufgabe, diese umgehend zu schaffen!

Ist es nicht Aufgabe eines Stadtrates, dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen in Halle in Frieden und Freiheit miteinander leben können und auch Besucher und Besucherinnen der Stadt Halle einen freiheitlichen und demokratischen Geist spüren können?

Es bleibt nichts anderes übrig,  hier müssen Sie aktiv werden! Unbedingt!

Hochachtungsvoll

OMAS GEGEN RECHTS – Osnabrück

Osnabrücker OMAS in Hamburg

Schon im Zug nach Hamburg freuten wir Omas uns über die Nachfrage nach unseren Button „OMAS GEGEN RECHTS“. Die Fahrt haben wir dann zum Erfahrungsaustausch nützen können, hatten Ruhe, Zeit und Muße uns ein wenig besser kennen zu lernen.
In Hamburg angekommen begrüßten uns auf dem Weg zum Rathaus verschiedenste Menschen ausgesprochen anerkennend: „Richtig so!“, „Toll, dass ihr das macht!“ Das ist eine schöne Erfahrung für uns, zu sehen, dass es doch so viele Menschen gibt, denen wir aus dem Herzen sprechen.

Und – das ist auch unser Hauptanliegen: Wir wollen und müssen wachsam sein, dass sich Antisemiten, Faschisten, Rassisten und Menschen mit narzisstischem Machtgehabe nicht wieder etablieren können und mit Hilfe der AfD in die Parlamente gelangen. Auf traurige Art und Weise haben uns die Geschehnisse in Erfurt verdeutlicht, wie gefährlich und demokratiezerstörerisch sich diese Partei auch in Parlamenten verhält.

Liebe Hamburger Omas, das war eine super Idee eine Menschenkette um euer Rathaus zu bilden und es war auch schön zu sehen, wie viele Omas, Opas, Familien und andere besorgte BürgerInnen gekommen waren um sich euch anzuschließen. “Keine Macht den Rechten! Keine AfD in unserem Rathaus! “Wir sagen Nee! Keine AfD!“ Kurze prägnante Reden und ein Kinderchor sorgten für eine gelungene, friedliche und bunte Atmosphäre auf dem Rathausplatz.

Es gibt viele Möglichkeiten sich gegen die „Rechten“ auszudrücken, aber es ist auch gut, dass wir älteren Menschen wieder Demonstrationen und Kundgebungen nutzen, um unsere Meinung frei, deutlich und laut zum Ausdruck zu bringen. Unsere Plakate, Westen, Schirme und Button sind richtige Hingucker. Wir werden damit gut wahrgenommen, nicht nur auf der Straße, auch in den Medien. Unter den Omas auf dem Rathausplatz entwickelte sich ein reges Interesse an gelungener Demo-Ausstattung. „Toll, wo habt ihr denn die Schirme her?“, „Eure Westen sind ja super!“, „Habt ihr die T-Shirts selber bedruck?“

Wieder zu Hause in Osnabrück angekommen fand ich die Reaktion meiner beiden Kinder auch klasse. Sie hatten beide in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis mit Stolz von meinem Engagement bei den Oma-Aktionen berichtet. Freut mich!

Hiermit möchte ich euch alle ermutigen, jede wie sie kann, für Toleranz, Menschlichkeit und eine demokratische Gesellschaft einzutreten und Gesicht zu zeigen gegen alle Kräfte, die sich diesen Werten entgegenstellen.

Nichts tun, ist nicht nur keine Lösung, es überlässt den falschen Kräften auch noch das Feld. Wer in der Demokratie schläft …, wacht in der Diktatur auf.

Keine AfD in Hamburg und auch nicht anderswo.

Heike, für die Osnabrücker „OMAS gegen RECHTS“

Osnabrücker „OGR“ in Münster

Gern sind wir Osnabrücker „Omas gegen Rechts“ dem Aufruf des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“ zu einer Demonstration und Kundgebung anlässlich des Neujahrsempfangs der AfD im Münsteraner Rathaus gefolgt.

Nicht nur ein strahlend blauer Himmel und viele offene, freundliche Menschen begrüßten uns. Auch das Blau der Europafahnen an zahlreichen Geschäften und an der Lambertikirche, als Zeichen für ein freies Europa, für Demokratie und Toleranz, machten gute Laune und Mut zur Demonstration gegen die AfD.

In unseren Augen ist sie eine Partei, die sogar mit Mitteln der Demokratie versucht, diese zu verhöhnen, die sich mit einem gutbürgerlichen Mäntelchen umgibt und in Wahrheit aber rassistische, faschistische und rechtsradikale Interessen verfolgt und machtbesessen ist.

Kaum auf der Demo angekommen, hatten uns auch schon ein paar Frauen aus einer „Anwohnerinitiative gegen das AfD-Büro in der Leostr. 16b“ ausgemacht. Es wurden Flyer ausgetauscht und begeistert gründete sich eine neue Keimzelle der „Omas gegen Rechts“ in Münster. Wir waren zwar nicht viele mit Oma-Plakaten auf der Demo, aber durch gelegentlichen Ortwechsel wurden wir mehrfach wahrgenommen und teilweise wie eine Sehenswürdigkeit für Selfies genutzt. Diese Beachtung war durchweg positiv und vielleicht konnten wir so Menschen anregen, sich weiterhin mit einfachen Mitteln, bunt, friedlich und mutig gegen demokratiefeindliche Bewegungen zu engagieren.

Liebe Münsteraner*innen wir senden euch ein ganz herzliches „Dankeschön“ von Friedensstadt zu Friedensstadt!

Keine AfD in Münster und auch nicht anderswo!!