OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Kieler Omas gegen rechts – aktiv gegen Rassismus

Am Sonnabend, 27.Juni 2020 sind ca. 300 Menschen der Einladung des Afrodeutschen Vereins Schleswig-Holstein gefolgt um in der Kieler Innenstadt bei zunächst schönstem Sommerwetter gegen Rassismus zu demonstrieren.

Startpunkt war um 14:00 Uhr der Platz der Kieler Matrosen am Hauptbahnhof. Von dort ging es mit musikalischer Begleitung über den Ziegelteich Richtung Rathausplatz.

So gehts auch ohne Truck: Ein Einkaufs-oder Bollerwagen; ein gestell aus Holz und es kann losgehen!
So gehts auch ohne Truck: Ein Einkaufs-oder Bollerwagen; ein gestell aus Holz und es kann losgehen!

Bei den Zwischenstopps stellten Redner*innen des Afrodeutschen Vereins dar, was der strukturelle Rassismus in der weißen Mehrheitsgesellschaft der BRD für sie bedeutet und forderten alle auf, sich mit diesem Rassismus auseinanderzusetzen, denn nur so könnne er beendet werden.

Kniend und schweigend gedachten die Teilnehmenden am Europaplatz der Opfer rassistischer Gewalt, bis es dann zur Schlusskundgebung auf dem Rathausplatz ging.

Die Omas gegen Rechts, die ihren Oma-Schirm dabei hatten, konnten sich zum Schluss glücklich schätzen: Ein heftiger Platzregen mit Gewitter beendete die Veranstaltung.

Ein Trost mag sein, dass es auch Politclown und Selbstdarsteller Björn de Vil , der auf dem Asmus-Bremer-Platz einer bescheidenen Schar den gleichen Unsinn auftischte wie vor einer Woche, gleichfalls durchnässt und vertrieben wurde.

 

mf – 27.6.20

Let the rich pay – Aufruf zur Demo 06.06.20

Liebe Omas gegen Rechts,

gern gebe ich hier den Aufruf des Runden Tisches zur Kundgebung und Demonstration am morgigen Samstag wieder:

am kommenden Sonnabend, 6. Juni 2020, findet auf dem Asmus-Bremer-Platz eine Kundgebung statt, an der sich der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus beteiligt. Bitte macht das bekannt und nehmt daran teil!

„Anlass für Proteste gegen den Umgang mit der Krise gäbe es fürwahr genug“, schreibt der Faschismusforscher Gerd Wiegel, und er nennt einige: „Erhöhung des Kurzarbeitergeldes, Rekommunalisierung der Krankenhäuser, bessere Bezahlung von Pflegekräften, Verkaufspersonal und Erzieherinnen, keine Steuergelder für Großkonzerne, die damit Dividenden bezahlen, oder Steuergelder nur gegen öffentlichen Einfluss auf die Unternehmen …“ Eine Liste, die sich problemlos ergänzen ließe. Viele von uns erfahren die Notwendigkeit, gerade jetzt für ihre Interessen zu kämpfen, als Lohnabhängige in Betrieben und im Homeoffice, als Geflüchtete in Massenunterkünften, als Erntehelfer, als Saison- oder Leiharbeiter*innen auf Feldern und in Schlachthöfen oder als Erwerbslose und Hartz-IV-Bezieher*innen am eigenen Leib.

Wir erleben auch, wie rechte Kräfte versuchen, die Unzufriedenheit, die Ängste und die realen Probleme vieler Menschen demagogisch für ihre Ziele zu nutzen, die notwendige Solidarität der Betroffenen untereinander zu zerstören. Rassismus, Antisemitismus, Gewaltbereitschaft gegen Geflüchtete machen sich breit in den Reihen der „Coronarebellen“ von „Widerstand 2020“ und anderen Gruppen, und besonders die AfD versucht diese Stimmung für sich nutzbar zu machen.

Darauf haben wir in den vergangenen Wochen wiederholt aufmerksam gemacht. Wir werden diesen Kräften weiterhin entgegentreten. Aber das ist nicht genug. Es ist an der Zeit, unsere eigenen Interessen offensiv zu vertreten und unsere Forderungen zum Ausbau unserer sozialen und demokratischen Rechte auf die Straßen zu tragen, den Rechten die Plätze zu nehmen und ihren Einfluss zurückzudrängen. Es gilt dabei auch, all denen das Handwerk zu legen, die manche für eine gewisse Zeit notwendige Einschränkung demokratischer Rechte dauerhaft festschreiben wollen, und denen, die „nach Corona“ alle Sozialleistungen „auf den Prüfstand stellen“ und noch weiter beschneiden wollen, wie es zurzeit am deutlichsten Friedrich Merz (CDU) fordert. Nicht zuletzt unsere Gewerkschaften sind hier gefordert. Der Kampf um Verteidigung, Ausbau und dauerhafte Sicherung sozialer Errungenschaften bekommt unter den heutigen Bedingungen direkt antifaschistischen Charakter. Gewerkschaftsmitglieder und alle anderen Antifaschist*innen müssen auch dabei zusammenstehen.

Der Kampf gegen faschistische Tendenzen, gegen Rassismus, Nationalismus und Sozialabbau ist international. Zwei Losungen, die zurzeit in vielen Ländern verbreitet und an vielen Wänden zu lesen sind, verdeutlichen das: „Make the rich pay for the crisis“ bzw. „Make the rich pay for Covid 19“ und „Leave no one behind“. Auf deutsch: „Die Reichen sollen die Krise bezahlen“ und „Keine/r darf zurückgelassen werden“, nämlich als Geflüchtete in den Elendslagern an den Außengrenzen der EU. In Deutschland muss die Bewegung zur Selbstverpflichtung von Kommunen als „Solidarische Städte“ und „Sichere Häfen“ gestärkt und noch mehr als bisher mit Leben erfüllt werden.

Der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel ruft auf:

Beteiligt euch in diesem Sinn am Sonnabend, dem 6. Juni 2020, mit eigenen Ideen und Beiträgen an der antifaschistischen Kundgebung, die um 14 Uhr auf dem Kieler Asmus-Bremer-Platz beginnt.

Auch wir OMAS GEGEN RECHTS werden wieder vor Ort sein. Am Anschluss an die Kundgebung werden wir auch gemeinsam der Opfer der rassistischen Übergiffe – nicht nur in den USA – gedenken.

Kommt zahlreich!

Corona „Rebellen“ auch im Norden

Heute waren wir mit vielen anderen vom Runden Tisch am Asmus-Bremer-Platz in der Kieler Innenstadt, wo wir mit Transparenten und Flyern eine Demonstration von „Corona Rebellen“ begleitet haben. Bei allem Verständnis für die berechtigten Sorgen, die sich viele Menschen machen: Es gab einen Menge hanebüchenen Unsinn zu hören. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass die BILD die einzige Zeitschrift ist, die objektiv über die Alubommel und ihre Anhänger berichtet; dass sich ARD und ZDF bei der Berichterstattung absprechen- stimmt übrigens: ich verfolge schon seit Jahren, dass die immer das gleiche Wetter ansagen, wie die Konkurrenz.. aber, Scherz beiseite. Außerdem haben wir erfahren, dass der renommierte Kochologe Attila Hildmann und der Künstler Xavier Naidoo von finsteren Mächten ihrer Existenz beraubt werden. Auf die Idee, dass die meisten Menschen einfach keinen Bock auf gequirlte Sch….. ähh, groben Unfug haben, kam die Sprecherin offensichtlich nicht. Eine andere verglich die heutige Situation mit der in der DDR vor 1989 …ein gewagter Vergleich! Und überhaupt: Im März hätte man den Leuten doch noch ganz was anderes erzählt als heute. Und die Zwangsimpfung steht unmittelbar bevor.. Und die Freiheit wollen sie auch endlich zurückhaben. Ärgerlich, dass es so viele gibt, für die Freiheit auch gleichzeitig Verantwortung bedeutet. So, morgen ist Pfingsten. Gegen eine Ausschüttung von geist hätte ich nichts einzuwenden. Jetzt heißt es erstmal das gesträubte Nackenhaar wieder glätten und die aufgerollten Fußnägel zurück in ihre richtige Position, damit wir nächsten Sonnabend wieder dabei sein können.

30.05.20 -mf-

Aktion zum Tag der Befreiung 8. Mai

Am 8.Mai zur Gedenkstätte Nordmark in Russee?

Es gibt viele Gedenkstätten in Kiel, zu denen man am 8.Mai gehen kann, um der Befreiung von der Naziherrschaft zu gedenken.

Aber ich glaube, dass sich kein Ort besser dazu eignet als dieser.

Sicher waren die Menschen in Deutschland an diesem Tag vor 75 Jahren in der Mehrheit erleichtert, dass der Krieg und die Diktatur ein Ende hatten, aber niemand wird dieses Ende mehr herbeigesehnt haben als die gequälten und ausgehungerten Menschen in den Konzentrationslagern.

Und auch Kiel gab es ein solches Lager. Es nannte sich zynisch Arbeitserziehungslager und erinnert an die Überschrift am Eingang zum Vernichtungslager Auschwitz „Arbeit macht frei“. Gedacht war es für Fremdarbeiter, die bei ihrer Arbeit in deutschen Firmen in irgendeiner Weise negativ aufgefallen waren. Insgesamt 5000 Menschen waren hier unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht und mussten jeden Tag 10 Stunden hart arbeiten, bei der Trümmerbeseitigung, Errichtung von Bunkern in Schulensee und am Schützenwall. Aber auch Kieler Firmen, z.B. in der Holsten Brauerei, nutzten sie als billige Arbeitskräfte.

Wie in anderen Konzentrationslagern wurden die Menschen hier bis zur Erschöpfung zur Arbeit angetrieben, nach Belieben gequält und erschossen.

Rund 600 der meist sowjetischen und polnischen Zwangsarbeiter haben das nicht überlebt.

Am 3./4.Mai 1945 wurde das Lager von den Engländern befreit. Die Kieler SPD hat jetzt im März aufgerufen, in den Wochen vor diesem Gedenktag sich um die Gedenkstätte zu kümmern, sie zu säubern und zu schmücken. Leider hatte es dort immer wieder Vandalismus gegeben.

Ute, eine weitere Oma von uns, und ich, wir haben das nun in der Osterwoche mit viel Freude und unter Beifall der Anwohner gemacht.

Die Gebäude stehen nicht mehr, nur die Grundmauer eines Gästehauses erkennt man noch. Wirklich interessante Informationen über das Lager kann man 3 Tafeln entnehmen, die dort aufgestellt sind.

Aber der Ort hat mich immer wieder berührt. Ich habe mich einfach an den Gedenkstein gestellt, ein paar Minuten innegehalten und mich des Leids der hier untergebrachten Menschen erinnert.

Am 8. Mai wird der Runde Tisch Kiel um 16.00 Uhr ein Kranz niederlegen.

Aber den Tag über wäre es schön, wenn Omas von uns, natürlich unter Beachtung der Kontaktvorschriften, dort vorbeigehen, eine Blume oder eine Kerze niederlegen und so der dort gequälten Menschen gedenken.

An der Rendsburger Landstraße befindet sich ein Hinweisschild auf die Gedenkstätte und ein kleiner Gedenkstein. Man muss dann aber erst einen Weg lang gehen

 

02.Mai 2020 -akl/mf-

Kieler Omas gegen Rechts: Was für die Ohren Folge 1

Wir lassen uns nicht unterkriegen; von den Rechten sowieso nicht und auch nicht von Corona. Hier findet Ihr was zum Hören und Sehen:

Rainer Beuthel, Autor, Musiker, Linker  und pensionierter Bibliothekar aus Eckernförde hat für die Kieler Omas aus seinen Texten gelesen und Musik gemacht:

Viel Spaßbeim Zuhören – und besucht gern mal seine website:  https://www.rainer-beuthel.de/

 

2.Mai 2020 -mf-

Aktionen zum Tag der Befreiung am 8. Mai

Liebe Omas und Opas gegen Rechts in Kiel!

Es ist ruhig geworden bei uns.Wir sind gezwungen, uns zurück zu ziehen, um uns und andere vor CORONA zu schützen.Dennoch lesen wir wachsam, was sich in der Welt tut und warten geduldig, dass wir wieder aktiv werden können.

Aber nun können und sollten wir aktiv werden!

Es besteht zwar Demonstrations- und Versammlungsverbot, jedoch wir haben dennoch die Möglichkeit, uns für den Tag der Befreiung und dessen Anerkennung als Feiertag einzusetzen, ohne dass wir gegen bestehende Verbote, die ja einleuchtend und sinnvoll sind, zu verstoßen!

Unsere liebe Anning hat dazu aufgerufen, am 8.Mai die Gedenkstätten in Kiel zu besuchen und eine Blume ( vielleicht mit einem kleinen Pappschildchen am Tüdelband „Omas gegen Rechts“ ) abzulegen.Das wäre unser Beitrag an dieser Aktion. Das bekommen wir doch hin, oder?Wir sind ca. 270 Omas und Opas. Stellt euch vor, welchen tollen Beitrag zum Gedenktag wir erbringen könnten, ohne dass wir uns versammeln oder gar demonstrieren. Bitte nehmt KEINE Schilder mit! Nur der Button darf es sein. Und so können wir ganz behutsam an dieser Aktion teilnehmen.

Wer mag, macht ein Foto und schickt es bitte an Change.org oder an unsere Mailadresse omas-gegen.rechts-kiel@t-online.de, damit wir es ggf. weiterleiten können.

Unter diesem Text sind die Gedenkstätten in Kiel aufgeführt, bei denen wir unsere Blumen ablegen können.

Die Sonne scheint und uns allen tut es gut, zu Fuß , mit dem Rad oder dem Auto diese Orte aufzusuchen und trotz der aufgezwungenen Distanz, etwas gemeinsam zu tun!So hoffe ich, wir das ORGA-Team, auf eure Mitarbeit !

Bitte kommt nur mit eurem Partner und höchstens zu Zweit! Bitte haltet den Sicherheitsabstand ein und tragt, wenn ihr eine Maske habt, auch diese.Fühlt euch alle herzlich gegrüßt und gedrückt, gebt auf euch acht und bleibt gesund!Auch, wenn wir uns zur Zeit nicht sehen können, sind wir eng verbunden!

Liebe Grüße auch im Namen des ORGA-Teams

Gudrun

Hier die links zu den verschiedenen Gedenkstätten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitserziehungslager_Nordmark#Gedenke

https://de.m.wikipedia.org/…/Liste_der_Stolpersteine_in_Kiel

https://de.wikipedia.org/wiki/Hiroshimapark#/media/Datei:Gedenkstein_sur_kiel.jpg

https://de.wikipedia.org/wiki/Synagoge_Goethestra%C3%9Fe

 

26.04.20 -gk/mf