OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Nachruf für Barbara Krohnsnest

Die Regionalgruppe Bremen der OMASGEGENRECHTS

bedauert den Tod von BARBARA KROHNSNEST .

Sie war eine OMA GEGEN RECHTS  der ersten Stunden in Bremen.

Mit großem Engagement, guter Menschenkenntnis und stets dem Leben zugewandt,

beteiligte sie sich an unserem Kampf für den Erhalt unserer Demokratie, für Vielfalt und Frieden.

Die Verhinderung eines erneuten Erstarkens von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus

war ihr ein großes Anliegen. Ihre eigenen und unser aller Kinder und Enkelkinder

sollten uns niemals fragen müssen:

Warum habt Ihr nichts getan?

Diejenigen, die sie gekannt haben, vermissen sie sehr und sind sehr traurig.

„Gegenläuten“ in Kassel – mit der Gruppe der OMAS GEGEN RECHTS

Der 2. Juni ist für die Menschen in Kassel ein besonderer Tag. Am 2. Juni vor zwei Jahren wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke erschossen.

Er wurde erschossen wegen seines entschlossenen Eintretens für demokratische Werte, wegen seines Eintretens für die freundliche, respektvolle Behandlung von geflüchteten Mitmenschen. Stephan Ernst, sein Mörder, wurde als Einzeltäter verurteilt, dennoch weiß jeder, dass es zu einer solchen Tat ein Netzwerk von Gleichgesinnten braucht, die gegen die Grundlagen unserer Demokratie agieren. Es sind Menschen, die vor Gewalt – einem Mord – nicht zurückschrecken. Es sind Menschen, die Angst, Hass und Gewalttaten zum Kampf für ihre Ziele einsetzen. Schon 2006 wurde in Kassel Halit Yozgat aus fremdenfeindlichen Motiven durch den NSU ermordet.

Was wusste der Verfassungsschutz? Hätte der Mord an Walter Lübcke, hätten die Morde von Halle und Hanau verhindert werden können?

Die Menschen in Kassel haben viele Fragen an die hessische Landesregierung, den Ministerpräsidenten und den hessischen Verfassungsschutz. Und sie stehen auf gegen rechtsextremistische Gewalt in jeder Form.

Am 2. Juni standen wir zusammen – darunter viele Schüler*innen der Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen und wir OMAS GEGEN RECHTS – zum Gedenken und zur Mahnung an der Kasseler Martinskirche. Kraftvoll erklang die „Osanna-Glocke“. Bisher hat sie stets an Karfreitag zur Todesstunde Jesu geläutet sowie am 22. Oktober zum Gedenken der Bombennacht 1943 und am 7. November zum Gedenken der Gewalt gegen die Kasseler Juden im Jahr 1938. Von nun an wird sie auch am 2. Juni für „Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Demokratie und inneren Frieden“ läuten.

„Wir sind hier, weil es unser Land erneut mit politischen und kulturellen Gefährdungen zu tun hat, die vom Rechtsextremismus und Rechtspopulismus ausgehen. Wir sind hier, um uns in unserer Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gegenüber dem Rechtsextremismus zu stärken,“ sagte der Historiker Professor Dietfried Krause-Vilmar in seiner Ansprache. Und er erinnerte daran, dass schon 1922 Rechtsextremisten einen Anschlag mit Blausäure auf den Kasseler Oberbürgermeister Philipp Scheidemann verübt hatten. Auch damals zielte „das Zusammenspiel von demagogischer Hetze der NSDAP mit dem brutalen Terror der SA-Gruppen auf die Zerschlagung des demokratischen Rechtsstaates“, so Krause-Vilmar.

                

Gegenwärtige Gefährdung sieht Krause-Vilmar in einer „widerlichen Verrohung der Sprache zur Verächtlichmachung, Beleidigung, Verhöhnung und Verspottung insbesondere von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. … Führende Politiker werden öffentlich symbolisch mit dem Tod bedroht. Diese vielfachen Gefährdungen passen in die Pläne und Strategien des Rechtsextremismus. Es geht ihm nicht nur um Einschüchterung und Ausschließung der politischen Gegner, sondern darum, den öffentlich vorherrschenden demokratischen Konsens, der zur Gründung unseres Staates führte, zu stören und zu beseitigen.“

„Gegenläuten“ nennt Pfarrer Dr. Willi Temme von der Martinskirche das Läutern der Osanna-Glocke an diesem Tag. Wir stehen zusammen, und wir sind viele. Wir stehen zusammen in Solidarität mit den Angehörigen der Opfer, zur Rückendeckung der bedrohten Bürgermeister und Politiker, zur Bewahrung unserer Demokratie.

Dem „Gegenläuten“ haben sich die OMAS GEGEN RECHTS zahlreich angeschlossen.

Anschließend sind viele weitergezogen zur Demonstration des VVN-BdA auf dem Königsplatz mitten in Kassel.  

Die ganze Rede von Prof. Dietfried Krause-Vilmar steht im Anhang als PDF Datei hier:

https://forumwk.de/2021/06/05/gegenlaeuten-in-kassel-mit-der-gruppe-der-omas-gegen-rechts/

Mitarbeit im Arolsen-Archiv

An alle Omas

– Erinnerungskultur kann auch von jeder Einzelnen unterstützt werden!

Das AROLSEN ARCHIV kann jede Oma erweitern !

Was ist das für ein Archiv?

Ein Archiv in dem Dokumente von 17,5 Millionen Menschen lagern;

– Dokumente der NS-Bürokratie
Aus Konzentrationslagern, Ghettos & Haftanstalten

– Unterlagen von Behörden, Firmen, lokalen Betrieben zum Einsatz von Zwangsarbeitern

– Akten der Alliierten über die Versorgung und Betreuung der Displaced Persons nach
1945

Es ist seit 2013 Unesco-Register „Memory of the world“.

Was kann ich allein an meinem PC tun?

JEDER NAME ZÄHLT!
Mit dem Button: „ everynamecounts“
Kann jede einzelne Karteikarte (jeder Mensch), die auf dem Bildschirm erscheint
mit einfacher Anleitung digitalisiert werden. Das kann jede, so einfach geht das.
Es gibt eine knappe, gute Anleitung und Begleitung. Zeit und Umfang kann jede selbst bestimmen. Es gibt keinerlei Verpflichtung.

DIESE DOKUMENTE GEBEN DEN TOTEN IHRE IDENTITÄT ZURÜCK, DIE DIE NS IHNEN NEHMEN WOLLTE !

30 Millionen Dokumente  für 17,5 Millionen Menschen warten auf ihre Registratur.
10.000 Freiwillige aus aller Welt helfen bisher mit.

2,5 Millionen Dokumente sind bereits digitalisiert.

Ein kleiner Film erklärt ganz schlicht jeden Schritt !

Bei Interesse schau auf:

Arolsen-archives.org

Ich bin dabei.
Inge Dotschkis-Hillejan, `Oma gegen Rechts` aus `Bremen.

OMAS putzen Gedenktafel für die Alte Synagoge

Die Gedenktafel für die prachtvolle „Alte Synagoge“ in Kassel war deutlich ungepflegt. 1938 wurde sie mutwillig und gewaltsam entehrt. Das Gebäude wurde 1939 abgetragen.

Wir haben die Gedenktafel geputzt. Thilda hat Wasser, Lappen und Reinigungsmittel mitgebracht. Wir finden: Die Arbeit hat sich gelohnt!

Jetzt werden wir bei der Stadt beantragen, dass die Tafel einen würdevollen Halt und bessere Sichtbarkeit bekommt.

 

Gemeinsam gegen Antisemitismus!

Berliner Antifaschist*innen versammelten sich heute in der Konrad-Wolf-Str. in Berlin Hohenschönhausen. Hohenschönhausen gehört zum Stadtbezirk Lichtenberg und ist ein Ortsteil, der leider öfter dadurch auffällt, dass es antisemische und rechte Anschläge gibt.

Aktuell löste die Schändung des Gedenksteines für die Synagoge großes Entsetzen aus. Unbekannte übergossen ihn in der Nacht zum 17. Mai mit grüner Farbe.

Der Gedenkstein steht an der Stelle, an der sich in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts eine Synagoge befand. Sie wurde im Jahr 1935 geweiht, bestand jedoch nur bis zu den Novemberpogromen 1938.

Obwohl zu der Kundgebung so kurzfristig aufgerufen worden war, kamen viele und über parteipolitische Grenzen hinweg (Bündnis 90/Grüne – LINKE – SPD) bekannte man sich zum wichtigen antifaschistischen Bündnis – dabei waren auch VVN-BdA, Antifaschistische Aktionsgruppen, Bunter Wind für Lichtenberg und die OMAS GEGEN RECHTS/Deutschlandbündnis.

Zu den Redner*innen gehörten die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch, der Antisemitismusbeauftragte aus Berlin Treptow und der Lichtenberger Bezirksbürgermeister Michael Grunst .

Gemeinsam versprachen wir, dass wir uns jederzeit und immer gegen jeden Antisemitismus aktiv einsetzen werden. Wir werden uns gegen die „Querdenker“ mit ihren antisemitisch konnotierten Verschwörungserzählungen ebenso wenden, wie gegen rechtsextreme Parteien wie den III. Weg, der am 3. Oktober 2020 durch Lichtenberg marschierte und sich mit einer verkürzten Route zufriedengeben musste, weil ihm überall Antifaschist*innen im Weg standen.

Manchmal geht Wichtiges in Berlin auch schnell: Der Gedenkstein ist wieder sauber.

Transparente – Gemeinsam gegen Antisemitismus

 

Bochum: Kundgebung gegen jeden Antisemitismus

Heute, am Samstag, den 15.05.2021 fand auf dem Dr.-Ruer-Platz in Bochum eine von zahlreichen politischen Organisationen und Initiativen unterstützte Solidaritätskundgebung für die jüdische Gemeinde – gegen jeden Antisemitismus – statt.
Auch OMAS GEGEN RECHTS Bochum & West zeigten ihre Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde, die nicht verantwortlich gemacht werden darf für die derzeitige Politik in Israel. Ebenso sind die Raketenangriffe der Hamas auf Israel zu verurteilen.
Wir sagen NEIN zu jeder Form von Gewalt, Unterdrückung, Rassismus, Extremismus und Antisemitismus.

Distanzierung von der Aktion „Klimawünsche“ der Initiative Omas for Future / Aus aktuellem Anlass erneuert!

Die OMAS GEGEN RECHTS Deutschland-Bündnis sagen ausdrücklich: Der Holocaust war ein unvergleichliches Verbrechen!

Wir distanzieren uns von jeglichen Vergleichen mit der heutigen Klimapolitik durch Omas for Future – wir haben mit dieser Gruppe nichts zu tun!

 

Wir, die OMAS GEGEN RECHTS Deutschland-Bündnis und alle bundesweit angeschlossenen Regionalgruppen, distanzieren uns von der Aktion „Klimawünsche“ der Initiative Omas for Future. Wir sind weder Teil dieser Aktion noch kooperieren wir mit dieser Initiative. Wir sammeln für diese Aktion keine Spenden und unterstützen auch nicht den Spendenaufruf.

Deshalb muss der 8. Mai ein Feiertag werden…

GEDENKEN AN EHRENMALEN

Die OMAS GEGEN RECHTS BERLIN / Deutschlandbündnis waren heute an vielen unterschiedlichen Orten unterwegs, um Blumen an den Ehrenmalen und Gedenkstätten niederzulegen.

Eine kleine Gruppe besuchte zuerst das Sowjetische Ehrenmal in der Schönholzer Heide. Die Schönholzer Heide war im Zweiten Weltkrieg der Standort eines großen Zwangsarbeiterlagers.

Das Sowjetische Ehrenmal ist Gedenkstätte, aber auch Grabstätte von 13200 sowjetischen Soldaten, die in der „Schlacht um Berlin“ getötet wurden. Wir werden es nicht vergessen: 24 Millionen sowjetische Bürger verloren im 2. Weltkrieg ihr Leben.

Als wir OMAS dort unsere Blumen niedergelegt hatten, kam uns eine Gruppe entgegen – wie wir im Großelternalter – Jede und Jeder mit einer roten Nelke in der Hand. OMAS sind neugierig und fragten deshalb nach dem Zusammenhang.  „Wir kommen von der Polizeigewerkschaft – DGB“.

Auch Familien trafen wir – wie im vergangenen Jahr – das macht Mut.

IHR SEID KEINE SICHERHEIT

Einige OMAS GEGEN RECHTS machten sich dann auf den Weg, um an der Demonstration: „Ihr seid keine Sicherheit“ teilzunehmen. In vielen Städten fanden heute Demos unter diesem Motto statt.

Aufgerufen zu der Demo hatte ein breites Bündnis aus antifaschistischen, migrantischen, antimilitaristischen und linken Initiativen und Organisationen. Alle gemeinsam forderten eine konsequentere Aufklärung rassistischer Vorfälle in den Reihen der Polizei und das Aufdecken und die Beseitigung rechter Strukturen. Auch Fridays for Future Berlin beteiligte sich mit einem Klimablock. Sie twitterten:  Der Klima-Block steht!  Klimagerechtigkeit heißt die koloniale Vergangenheit und die postkolonialen Kontinuitäten der Klimakrise zu benennen und aktiv für eine antifaschistische Gesellschaft zu kämpfen!

Die Demonstrierenden erreichte ein Grußwort der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano: „Es gab nie eine Stunde Null. Wir wissen, wohin Rassismus und Antisemitismus führen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Rechte sich die Straßen nehmen. Nirgendwo!”

Wir hörten die Rede von Ferat Ali Kocak, dem Neuköllner, der ebenfalls daran erinnerte, dass die Strukturen aus der dunkelsten Vergangenheit Deutschlands stammen und nie wirklich endgültig beseitigt wurden

Die Demonstration wurde von einem übergroßen Polizeiaufgebot begleitet. Die Polizei, die zuerst die Zahl der Demonstranten auf 1500 schätze, setzte selbst nach eigener Aussage 1300 Beamte ein.

Wir OMAS GEGEN RECHTS stellten uns nach etwa 1,5 km etwas fußlahm mit unseren beiden Transparenten an den Rand und grüßten die vielen Tausenden vorüberziehenden Antifaschist*innen. Zurück kam Lächeln, Klatschen, und vielstimmiges Fahrradklingeln.

Ein deutliches Zeichen setzte die Demonstration: Wir werden immer wieder darauf aufmerksam machen, dass rechte Strukturen in den Sicherheitsbehörden nichts zu suchen haben. Die OMAS GEGEN RECHTS stehen solidarisch an der Seite aller Betroffener und fordern einen Berliner Untersuchungsausschuss zum NSU.

ENTHÜLLUNG EINER GEDENKTAFEL

Am späten Nachmittag trafen wir uns erneut, diesmal in der Hufeisensiedlung.

„Hufeisern gegen Rechts“ hatte gemeinsam mit anderen Anwohner*innen eine Ausstellung vorbereitet: Zwangsarbeit in der Hufeisensiedlung – eine verdrängte Geschichte.

Erinnert wird in der Ausstellung an die Zwangsarbeiter*innen, die während des zweiten Weltkrieges in der Hufeisensiedlung zu Reparaturarbeiten eingesetzt und oft wie Sklaven behandelt und misshandelt wurden.

Zu ihrem Gedenken wurde vor einer Garagenanlage, auf deren Platz sich das Lager befand. eine provisorische Gedenktafel enthüllt. Allein zwei der Redner*innen erwähnten die unsäglichen Briefe der Polizei, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass sie auf sogenannten Listen der Rechten stehen, aber eine unmittelbare Gefahr nicht daraus nicht abzuleiten sei. Dass ein Jugendzentrum der Falken in diesem Jahr das zehnjährige „Jubiläum“ von rechten Brandanschlägen begehen muss und auf der Liste des NSU 2.0 aufgeführt ist, ist Beweis dafür, dass es eine Kontinuität gibt, der wir Einhalt gebieten müssen. Wir werden niemals sagen können: Wir haben das nicht gewusst. Wir wissen davon und sind verantwortlich.

Auf der vorläufigen Gedenktafel in der Hufeisensiedlung am ehemaligen Standort des Zwangsarbeiterlagers Onkel-Bräsig-Straße 6-8 steht: Rassismus und Missachtung der Menschenwürde sind Verbrechen!