OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

OMASGEGENRECHTS aus Verden, Achim und Bremen waren mit dabei!

Der Waggon steht auf einem künstlichen Hügel (um an einer Seite einen barrierefreien Zugang zu schaffen). Ein geschwungener Pfad führt hügelaufwärts, gesäumt von Informationstafeln zur Geschichte des Waggons und eingebettet in ein Meer von Wiesenblumen

So viel Schönheit rund um so viel grausame Erinnerung. In dem leeren Waggon stehend stelle ich mir vor, eingepfercht mit 80 weiteren Personen in eine unbekannte Zukunft zu fahren (Menschen in KZs, Soldaten an die Front, Flüchtende in alle Richtungen). Die Schönheit der Anlage ist für mich eine große Hochachtung und Verbeugung vor

der Geschichte.

Die Veranstaltung selbst fand neben dem Waggon auf einer weiten, besonnten Wiese statt. Beeindruckt hat mich das Engagement des Vereins, die förderliche Haltung des Landkreises und die Vielzahl der Verdener Handwerksbetriebe, die an der Renovierung beteiligt waren.

Musik machte die Band von Ester Bejanero, die Microphone Mafia, sehr frisch und respektlos im Umgang mit Musikstilen. Ester Bejanero selbst war leider nicht da wegen einer kurzzeitigen Erkrankung, aber ihre Stimme war per Elektronik dabei und ich war überrascht, wie klar und fest ihre Stimme klingt.

Noch eine kurze Erklärung zur „dritten“ Einweihung: Nachdem ein Berufsschullehrer den Waggon entdeckt und nach Verden geholt hatte, ist er in der Nacht vor der Eröffnung 2007 einem Brandanschlag zum Opfer gefallen. Entgegen der Absicht der Brandstifter wurde der völlig ausgebrannte Waggon jedoch zu einem Mahnmal vor dem Rathaus. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen wurde er dann 2018 renoviert. Im letzten Jahr sollte dann die zweite Einweihung sein, sie fiel Corona mäßig ins Wasser.

Aber jetzt steht der Waggon

 „Erinnern für die Zukunft“ bereit und lädt zur Auseinandersetzung ein.

Termine und Vorhaben der OGR Bremen im Juli 2021

Samstag, 03.07. Mahnwache mit Motto – Unterstützung der Petition der Seebrücke Bremen mit neuer Lautsprecheranlage – und Plakaten mit Bezug zur Solidarität mit Geflüchteten, danach Putzen der Innenstadtstolpersteine  – anschließend Treffen im Kunsthallencafe

  •  Start der  Marktaktionen:  1. Marktaktion am Freitag, 09.07. am Lichthaus gegenüber von der Waterfront von 15.00-17.00 Uhr
  • 2. Marktaktion am Dienstag, 13.07. am Hinterausgang Bürgerzentrum Vahr von 10.00 -12.00 Uhr
  • 3. Marktaktion am Montag, 19.07. vor dem Hauptbahnhof 11.00 -13.00 Uhr
  • Montag, 19.07. Treffen der AG-Wahl im Überseemuseum um 13.30Uhr
  • Mittwoch, 21.07. OGR-Gruppe: Inhaltliche Arbeit und Aktionen per Zoom ab 17.30 Uhr oder analog ab 16.00 Uhr auf Terrasse des Bürgerhauses
  • Montag, 26.07. OGR Plenum per Zoom ab 17.30 Uhr oder analog ab 16.00 Uhr auf Terrasse des Bürgerhauses

Bremer Mahnwache mit viel positiver Resonanz

Heute waren wieder viele OMAS in der Bremer City vor Ort, um gegen Rechts Flagge zu zeigen. Der Regen hatte für uns extra eine Pause eingelegt, damit wir genug Zeit hatten mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Und nein, wir werden nicht nachlassen zu verhindern, dass Rassismus sich Raum in unserer Demokratie nehmen kann. Und in Bremen schon gar nicht!!!

So viel positive Zustimmung zu erfahren, das motiviert uns zusätzlich.

DANKE dafür!!!

Nachruf für Barbara Krohnsnest

Die Regionalgruppe Bremen der OMASGEGENRECHTS

bedauert den Tod von BARBARA KROHNSNEST .

Sie war eine OMA GEGEN RECHTS  der ersten Stunden in Bremen.

Mit großem Engagement, guter Menschenkenntnis und stets dem Leben zugewandt,

beteiligte sie sich an unserem Kampf für den Erhalt unserer Demokratie, für Vielfalt und Frieden.

Die Verhinderung eines erneuten Erstarkens von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus

war ihr ein großes Anliegen. Ihre eigenen und unser aller Kinder und Enkelkinder

sollten uns niemals fragen müssen:

Warum habt Ihr nichts getan?

Diejenigen, die sie gekannt haben, vermissen sie sehr und sind sehr traurig.

„Gegenläuten“ in Kassel – mit der Gruppe der OMAS GEGEN RECHTS

Der 2. Juni ist für die Menschen in Kassel ein besonderer Tag. Am 2. Juni vor zwei Jahren wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke erschossen.

Er wurde erschossen wegen seines entschlossenen Eintretens für demokratische Werte, wegen seines Eintretens für die freundliche, respektvolle Behandlung von geflüchteten Mitmenschen. Stephan Ernst, sein Mörder, wurde als Einzeltäter verurteilt, dennoch weiß jeder, dass es zu einer solchen Tat ein Netzwerk von Gleichgesinnten braucht, die gegen die Grundlagen unserer Demokratie agieren. Es sind Menschen, die vor Gewalt – einem Mord – nicht zurückschrecken. Es sind Menschen, die Angst, Hass und Gewalttaten zum Kampf für ihre Ziele einsetzen. Schon 2006 wurde in Kassel Halit Yozgat aus fremdenfeindlichen Motiven durch den NSU ermordet.

Was wusste der Verfassungsschutz? Hätte der Mord an Walter Lübcke, hätten die Morde von Halle und Hanau verhindert werden können?

Die Menschen in Kassel haben viele Fragen an die hessische Landesregierung, den Ministerpräsidenten und den hessischen Verfassungsschutz. Und sie stehen auf gegen rechtsextremistische Gewalt in jeder Form.

Am 2. Juni standen wir zusammen – darunter viele Schüler*innen der Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen und wir OMAS GEGEN RECHTS – zum Gedenken und zur Mahnung an der Kasseler Martinskirche. Kraftvoll erklang die „Osanna-Glocke“. Bisher hat sie stets an Karfreitag zur Todesstunde Jesu geläutet sowie am 22. Oktober zum Gedenken der Bombennacht 1943 und am 7. November zum Gedenken der Gewalt gegen die Kasseler Juden im Jahr 1938. Von nun an wird sie auch am 2. Juni für „Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Demokratie und inneren Frieden“ läuten.

„Wir sind hier, weil es unser Land erneut mit politischen und kulturellen Gefährdungen zu tun hat, die vom Rechtsextremismus und Rechtspopulismus ausgehen. Wir sind hier, um uns in unserer Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gegenüber dem Rechtsextremismus zu stärken,“ sagte der Historiker Professor Dietfried Krause-Vilmar in seiner Ansprache. Und er erinnerte daran, dass schon 1922 Rechtsextremisten einen Anschlag mit Blausäure auf den Kasseler Oberbürgermeister Philipp Scheidemann verübt hatten. Auch damals zielte „das Zusammenspiel von demagogischer Hetze der NSDAP mit dem brutalen Terror der SA-Gruppen auf die Zerschlagung des demokratischen Rechtsstaates“, so Krause-Vilmar.

                

Gegenwärtige Gefährdung sieht Krause-Vilmar in einer „widerlichen Verrohung der Sprache zur Verächtlichmachung, Beleidigung, Verhöhnung und Verspottung insbesondere von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. … Führende Politiker werden öffentlich symbolisch mit dem Tod bedroht. Diese vielfachen Gefährdungen passen in die Pläne und Strategien des Rechtsextremismus. Es geht ihm nicht nur um Einschüchterung und Ausschließung der politischen Gegner, sondern darum, den öffentlich vorherrschenden demokratischen Konsens, der zur Gründung unseres Staates führte, zu stören und zu beseitigen.“

„Gegenläuten“ nennt Pfarrer Dr. Willi Temme von der Martinskirche das Läutern der Osanna-Glocke an diesem Tag. Wir stehen zusammen, und wir sind viele. Wir stehen zusammen in Solidarität mit den Angehörigen der Opfer, zur Rückendeckung der bedrohten Bürgermeister und Politiker, zur Bewahrung unserer Demokratie.

Dem „Gegenläuten“ haben sich die OMAS GEGEN RECHTS zahlreich angeschlossen.

Anschließend sind viele weitergezogen zur Demonstration des VVN-BdA auf dem Königsplatz mitten in Kassel.  

Die ganze Rede von Prof. Dietfried Krause-Vilmar steht im Anhang als PDF Datei hier:

https://forumwk.de/2021/06/05/gegenlaeuten-in-kassel-mit-der-gruppe-der-omas-gegen-rechts/

Mitarbeit im Arolsen-Archiv

An alle Omas

– Erinnerungskultur kann auch von jeder Einzelnen unterstützt werden!

Das AROLSEN ARCHIV kann jede Oma erweitern !

Was ist das für ein Archiv?

Ein Archiv in dem Dokumente von 17,5 Millionen Menschen lagern;

– Dokumente der NS-Bürokratie
Aus Konzentrationslagern, Ghettos & Haftanstalten

– Unterlagen von Behörden, Firmen, lokalen Betrieben zum Einsatz von Zwangsarbeitern

– Akten der Alliierten über die Versorgung und Betreuung der Displaced Persons nach
1945

Es ist seit 2013 Unesco-Register „Memory of the world“.

Was kann ich allein an meinem PC tun?

JEDER NAME ZÄHLT!
Mit dem Button: „ everynamecounts“
Kann jede einzelne Karteikarte (jeder Mensch), die auf dem Bildschirm erscheint
mit einfacher Anleitung digitalisiert werden. Das kann jede, so einfach geht das.
Es gibt eine knappe, gute Anleitung und Begleitung. Zeit und Umfang kann jede selbst bestimmen. Es gibt keinerlei Verpflichtung.

DIESE DOKUMENTE GEBEN DEN TOTEN IHRE IDENTITÄT ZURÜCK, DIE DIE NS IHNEN NEHMEN WOLLTE !

30 Millionen Dokumente  für 17,5 Millionen Menschen warten auf ihre Registratur.
10.000 Freiwillige aus aller Welt helfen bisher mit.

2,5 Millionen Dokumente sind bereits digitalisiert.

Ein kleiner Film erklärt ganz schlicht jeden Schritt !

Bei Interesse schau auf:

Arolsen-archives.org

Ich bin dabei.
Inge Dotschkis-Hillejan, `Oma gegen Rechts` aus `Bremen.

OMAS putzen Gedenktafel für die Alte Synagoge

Die Gedenktafel für die prachtvolle „Alte Synagoge“ in Kassel war deutlich ungepflegt. 1938 wurde sie mutwillig und gewaltsam entehrt. Das Gebäude wurde 1939 abgetragen.

Wir haben die Gedenktafel geputzt. Thilda hat Wasser, Lappen und Reinigungsmittel mitgebracht. Wir finden: Die Arbeit hat sich gelohnt!

Jetzt werden wir bei der Stadt beantragen, dass die Tafel einen würdevollen Halt und bessere Sichtbarkeit bekommt.

 

Online Petition „Keine Waffenbörse in Kassel!“ schließt mit gut 2000 Unterschriften

Die Gruppe der OMAS GEGEN RECHTS Kassel ist zufrieden mit dem Verlauf der Petition.

Das Anliegen hat viel Unterstützung erfahren. „Selten habe ich für ein politisches Anliegen so viel Zuspruch erfahren“, sagt Dr. Beate Scheunemann von den OMAS GEGEN RECHTS. Etwa zwanzig Verbände und Vereine haben sich in einer gesonderten Mail an den Oberbürgermeister gewandt. So der „Rat der Religionen“ in der Stadt: „Der Rat der Religionen begrüßt und unterstützt die Haltung der Stadt Kassel, eine geplante Waffenbörse in den Kasseler Messehallen zu untersagen. Waffen sind keine Schmuckstücke und keine Alltagsgegenstände.“

Und viele Menschen haben ihre Unterschrift kommentiert.  Cornelius Lilie begründet seine Unterstützung der Petition: „Weil der mörderische Anschlag auf Regierungspräsident Walter Lübcke bewiesen hat, dass die rechte Szene in Deutschland inzwischen ein ungeahntes Gewaltpotenzial entwickelt hat und die Menschen, die sich in unserem Land politisch engagieren, dadurch einer großen Gefahr ausgesetzt sein könnten. Nachdem der Mordfall Walter Lübcke die deutsche Politiklandschaft und besonders Kassel erschüttert hat, wäre es ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen und ein gefährliches Signal, wenn die Waffenmesse weiter in der Stadt stattfinden würde.“

„Weil Politiker Morddrohungen erhalten, Wahlplakate aus rassistischen Motiven zerstört werden, – so berichtete vor Kurzem die Kasseler Zeitung, Vorsitzende von Sportvereinen ihren Posten aufgeben aus Angst vor Drohungen, darum werden wir für ein Verbot der Waffenbörse eintreten. Keine Waffenbörsen in Deutschland! Auch falls dem Einspruch des Veranstalters gerichtlich stattgegeben werden sollte“, sagt Cornelia Seng von den OMAS GEGEGN RECHTS in Kassel, werden wir nicht aufgeben.