OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Omas gegen Rechts Solidarität mit Herz in Kiel

Liebe Omas,

unsere Ost-Westufer-Gruppe ist nun täglich im Einsatz, um die Not der Obdachlosen in Kiel zu lindern. Dankbar wird alles angenommen und es kommen immer mehr! Es fehlt an allem!

Wir brauchen eure Hilfe!

Jeder Keks, jede Wurst, jeder Apfel hilft! Heißer Kaffee oder Tee tut den armen Menschen auch gut, denn es ist noch sehr kalt!

Vielleicht habt ihr eine Idee, wie man helfen kann?

Sollte jemand Geld auf unser Oma-Konto mit dem Vermerk „Versorgungsbrücke“ schicken, könnten davon weitere Lebensmittel eingekauft werden.

Da wir offiziell keine Spenden einsammeln dürfen, würden wir uns aufrichtig über ein „Geschenk“ für die Menschen, die draussen leben, freuen.

Konto : Bordesholmer Sparkasse

Empfänger: Omas gegen Rechts Kiel

DE08 2105 1275 0155 1605 18

„Versorgungsbrücke“

Solidarität mit Herz – das brauchen die Obdachlosen jetzt!

Liebe Grüße

Gudrun

26.03.20  -gk/mf-

Aktion der Kieler Nachtichten für Künstler*innen

26.03.2020 -mf-

Kieler Omas engagiert für Obdachlose

 

 

 

 

Die Corona Krise hat uns alle fest im Griff. Aber mit einem Dach über dem Kopf, einer gemütlichen Wohnung und womöglich noch netten Nachbar*innen, die beim Einkauf helfen, lässt sich das alles ertragen. Wie muss es dagegen Menschen gehen, die all das nicht haben? Und die dazu noch aushalten müssen, dass Hilfsangebote wie die Tafeln, das Obdachlosencafé und die Kleiderausgabe wegen der Infektionsgefahr geschlossen sind? Trotz schönster Frühlingssonne sind die Nächte im Norden noch immer bitter kalt, und, wegen Corona und der geschlossenen Geschäfte verirren sich derzeit kaum Passanten in die Kieler Innenstadt.

Die West- und Ostufer Omas, die soziales Engagement in den Mittelpunkt ihres Tuns gestellt haben, waren ganz vorne mit dabei, als in Kiel die Idee aufkam, an der Hörnbrücke – die West- und Ostseite der Kieler Förde an zentraler Stelle – gleich hinter dem Bahnhof verbindet, einen Gabenzaun einzurichten. Ein paar mails und WhatsApp Nachrichten hin und her, und schon waren Omas aus Ost- und Westufergruppe – nicht zusammen – aber doch innerhalb kurzer Zeit zur Stelle und hängten Tüten mit warmer Kleidung, Decken und Essbarem auf. Auch die vierbeinigen Freunde der Menschen ohne Obdach wurden nicht vergessen und so packten die engagierten Omas auch noch Leckereien für die Hunde dazu. Die Spenden, in Tüten verpackt, wurden von den Bedürftigen dankbar angenommen.

Zur Unterstützung der Obdachlosen gibt es in Kiel seit dieser Woche auch eine Initiiative der Stadtmission. In Zusammenarbeit mit eiingen Restaurants, die wegen der Corona Krise nicht öffnen, werden warme Mahlzeiten für die Menschen zubereitet und von Freiwilligen zu den Menschen gebracht. So wird nicht nur den Obdachlosen geholfen, sondern auch den Restaurants, die dadurch wenigstens zu einem kleinen Teil ihren Betrieb aufrechterhalten können.

Wer dafür Spenden möchte kann das gern tun:

Empfänger ist die Stadtmission Kiel; Verwendungszweck:“Sattmission – Kochen-Liefern-Helfen“

IBAN DE45 2512 0510 0004 4431 01

 

25.03.2020 -mf-

Rat und Hilfe in Kiel

In Kiel gibt es für allgmeine Fragen ein Bürgertelefon. Dieses ist werktags von 8:00 bis 20:00 unter der Nummer 0431 901 33 33 zu erreichen und beantwortet allgemeine Fragen zur Corona Krise, die nicht direkt etwas mit Gesundheit zu tun haben.  Auch per e-mail können Fragen gestellt werden:  amt24@kiel.de

Bitte habt etwas Geduld in der Warteschleife .. zur Zeit gibt es viele Fragen. Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

Eure Kieler Omas gegen Rechts

 

22.03.2020 -mf-

Stolpersteine in Kiel

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig Es soll die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialsismus – jüdische Bürgerinnen und Bürger, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, „Euthanasie“-Opfer, und Zeugen Jehovas – lebendig erhalten. Jeder Stolperstein ist einem Menschen gewidmet, der während der Zeit des Nationaalsozialismus ermordet wurde.

Auf den etwa 10×10 cm großen Stolpersteinen sind kleine Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten der Opfer angebracht. Sie werden vor dem letzten frei gewählten Wohnort in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Inzwischen liegen in über 1.000 Städten in Deutschland und in 19 weiteren Ländern Europas über 56.00 Steine.

Auch in Kiel werden seit 2006 jährlich neue Stolpersteine verlegt; dies erfolgte 2016 unter der Beteiligung Kieler Schulen:

Für Recha und Max Brock recherchierten

eine Schülerin und ein Schüler der Klasse 12/13e der Max-Planck-Schule: für Albrecht Marienfeld Schülerinen und Schüler der Klassen R9 und R10 des Landesförderzentrums für körperliche und motorische Entwicklung, Schwentinetal.

Die Details zu den Biographien wurden zum Teil auch von Forschungsgruppen erarbeitet und sind in Archiven und wissenschaftlichen Dissertationen belegt.

Stolperstein Albrecht Marienfeld

Albrecht Marienfeld wurde am 7.3. 1888 in Bütow als einziges Kind jüdischer Eltern geboren. Am 3.1.1918 zog er von Bremen nach Kiel, wo er unter wechselnden Adrssen wohnte, zuletzt 1935 bis 1939 in der Eggerstedstraße (vormals Torstraße). 1920 trat er in die israeltische Gemeinde Kiel ein. Er war verheiratet mit der am 9.12.1901 in Schleswig geborenen Louise Driewer. Ihre Ehe blieb kinderlos. Nach nationalsozialistischen Begriffen war es eine „Mischehe“, da Louise keine Jüdin war. Louise Marienfeld überlebte den Krieg und starb 1980 in Kiel.

Beruflich arbeitet Albrecht Marienfeeld als Kabarett- und Opernsänger. Zwischen 1936 und 1938 hielt er sich, wahrscheinlich aus beruflichen Gründen, für mehrere Wochen in Berlin und Kopenhagen auf. Über seine Karriere, bzw. Auftritte in Kiel ist nichts bekannt. Vermutlich ist er in der damals stadtbekannten „Kaiserkrone“ im Breiten Weg aufgetreten, die dem jüdischen Theaterdirektor Joseph Ehrlich gehörte.

Nach der Progromnacht vom 9. November 19838 musste Marienfeld vom 10. bis zum 11. November in „Schutzhaft“ in das Polizeigefängnis Kiel. Willkürmaßnahmen wie diese sollten Juden zwingen, Deutschland zu verlassen.

Am 28.8. 1939 emigrierte Marienfeld nach Belgien. Er lebte unter verschiedenen Adressen in Brüssel. Nacch dem deutschen Überfall auf Belgien im Mai 1940 kam es durch die belgische Polizei zu einer Verhaftungswelle. Besonders Deutsche wurden als Sicherheitsrisiko betrachtet und nach Frankreich abgeschoben. Wahrscheiinlich war auch Albrecht Marienfeld darunter. Eer wurde schließlich in das Konzentrationslager Rivesaltes in den östlichen Pyrenäen deportiert. Damit setzte sich sein schwerer und langer Leidensweg fort. Rivesaltes war das größete Konzentrationslager Südfrankreichs. Aufgrund schlechtester Lebensbedingungen brachen dort Epidemien aus, durch die viele Internierte umkamen. Von Rivesaltes wurde Marienfeld in dasSammel- und Durchgangslager Drancy nördlich von Paris deportiert. Es war für etwa 65.000 Juden in Frankreich die letzte Station vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager im Osten. Am 14. August 1942 wurdee Albrecht Marienfeld nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Dort kam er am 23. September 19422 im Alter von 54 Jahren um. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht bekannt. Offiziell wurde eine „Herzmuskeldegeneration“ als Todesursache angegeben.

 

Max Brock wurde am 27.02.1872 in Gnesen/Polen geboren. Mit 2 Jahren emigrierte er für kurze Zeit in die USA, verdiente dort ein kleines Vermögen an der Börse und kehrte wohlhabend nach Deutschland zurück. 1899 zog er von Berlin nach Kiel, wo er eine Schreibwarenn- und Zigarrenhandlung eröffnete. Als erfolgreicher Unternehmer betrieb er weitere Geschäfte vom Bankgeschäft über das Immobiliengewerbe bis zum Einzelhandel. Recha Brock, am 30.04.1872 als Recha Simon in Darmstadt geboren, zog 1902 von Frankfurt am Main nach Kiel. Sie trat zusammen mit ihrem Mann der Israeletischen Gemeinde Kiel bei; beide waren liberal orientiert.

Von 1913 bis 1939 bewohnte das Ehepaar zusammen mit seinen Kindern Gerda, Kurt und Blankaa eine Wohnung in der Küterstraße 20-24. Sie besaßen eine hochwertige Wohnungseinrichtung. Ab 1919 spezialisierte Max Brock sein Geschäft am Wall 72 unter dem Namen „Marine Bazar“ auf Marine- und Reiseandeenken. Des Weiteren wurde er Mitglied der Bnai-Brith-Loge, einer internationalen jüdischen Organisation, die Juden weltweit verbindet und unterstützt. Als Bankier war Brock ab 1932 von seinem Wohnsitz aus tätig.

Am 26.03.1933 telegrafierte Brock an den ihm bekannten amerikanischen Admiral Cluverius: „Hitler is alright“ und beteuerte, es gäbe in Deutschland keine Attentate gegen Juden. Solche Gerüchte hätten nur den Zweck, das Verhältnis zwischen den USA und Deutschland zu belasten.

Als im November 1938 die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung zunahm, wurde Max Brock, wie viele andere Juden für 3 Tage in „Schutzhaft“ genommen. Er wurde enteignet, seine Geschäfte wurden „arisiert“, d.h. An nichtjüdische Bürgerinnen und Bürger überschrieben.

Nach einer weiteren Schutzhaft im April 1939 sah Brock für sich und seine Frau – die Kinder waren bereits emigriert – keine Zukunft mehr in Kiel. Sie zogen nach Mainz, ein letzter vergeblicher Versuch, ein Auskommen zu finden. Danach, nochmals nach Hamburg umgezogen, wurden sie in ein „Judenhaus“ zwangseingewiesen.

Am 15.07.1944 wurden Max und Recha Brock mit fast 2500 anderen Juden aus Schleswig-Holstein nach Theresienstadt deportiert. Zwei Jahre später, am 15.04.1944, erfolgte die Deportation nach Auschwitz-Birkenau. Dort verliert sich ihre Spur.

Kiel am 21. März 2020

Auch in Kiel sind wegen der Corona-Krise alle Veranstaltungen abgesagt. Das bedeutet aber nicht, dass wir Kieler Omas untätig sind:

Einige von uns demonstrieren online – die Fotos werden hier eingestellt. Wir werden die Biographien von Menschen veröffentlichen, an deren Stolpersteinen wir heute Halt gemacht hätten.

Beginnen werden wir mit der Rede, die Anning Lohse heute für die Omas gegen Rechts in Kiel gehalten hätte; die könnt Ihr Euch unter diesem link anhören:

 

Kiel – Aufstehen gegen Rassismus Demo Online

Liebe Omas,

das Kieler Orga-Team ruft euch zu einer Online-Demo am 21.März 2020 auf!

Nehmt das Flugblatt

AUFSTEHEN GEGEN RASSISMUS

malt Euch selbst ein Schild oder nehmt einfach ein Oma-Schild – Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – und macht ein Foto von Euch, schickt es dann bitte an die Omas-gegen.rechts-Kiel@t-online.de. Auf dem Foto kann das Gesicht zu sehen sein, muss aber nicht.
Wir werden die Fotos zusammenstellen und in Facebook und auf der Website https://omasgegenrechts-deutschland.de/ posten. Zusammen mit Texten zu den Stolpersteien, die während der Demo angelaufen werden sollten, der Oma-Rede, und allem, was Euch noch dazu einfällt.
Schickt die Fotos (oder Beiträge) bitte bis Freitag Abend, sollte aber im Laufe der Woche noch was eintrudeln, wird es noch dazu veröffentlicht.
Liebe Grüße von euren Orga-Omas, bleibt gesund!

19.03.20 -gk/mf –

Kiel: Woche gegen Rassismus -Aufruf zu symbolischen Aktionen

Unsere Alternative ist Solidarität

Wir werden weiterhin Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Asyl ist Menschenrecht.

Wir wollen verhindern, dass Rassistinnen und Rassisten Raum für ihre Hetze bekommen.

Wir werden uns stark machen für gleiche politische und soziale Rechte für alle Menschen.

Wir werden uns der AfD überall entgegenstellen, ob auf der Straße oder in den Parlamenten.

Überall wo die Rassistinnen und Rassisten von AfD und Co. demonstrieren, sprechen oder auf Stimmenfang gehen, werden wir präsent sein und klar und deutlich sagen: Wir stehen auf gegen Rassismus! Keine Stimme für rechte Hetze!

Dem Verbreiten von Hass setzen wir eine bundesweite antirassistische Aufklärungskampagne entgegen: im Stadtteil, in der Schule, an der Uni, im Betrieb, im Theater, im Konzertsaal – überall!

Wir setzen auf die Aktivität von Vielen. Gemeinsam werden wir klarstellen: Rassismus ist keine Alternative!

www.aufstehen-gegen-rassismus.de

Corona – was ist denn nun richtig?

Liebe Omas,

Planungen werden über den Haufen geworfen, Treffen finden nicht statt, die Nachrichten überschlagen sich. Und wer in den sozialen Medien unterwegs ist, bekommt neben den wichtigen und richtigen Neuigkeiten auch noch allerhand dummes Zeug zu lesen. Leider gibt es immer wieder Menschen, denen nichts Besseres einfällt, als irgendwelchen Unfug zu verbreiten.

Also, wenn Ihr was total Beunruhigendes, was Unglaubliches oder Aufregendes lest: Erstmal z.B. diesen Link anklicken:

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/

Da sind die Informationen sauber und professionell recherchiert und so manches Gerücht, z.B. übr Ibuprofen, ist schnell entkräftet.

 

16.03.2020 -mf-