OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS

Dr. Barbara Leucht – die, die in unseren Herzen lebt

Danke. Das habt ihr richtig gut gemacht, würde Barbara vielleicht sagen.

Aber in Wirklichkeit hat auch heute vor allem sie es gut gemacht.

Wir haben zusammen Abschied genommen von Dr. Barbara Leucht, und das war auch ein Anfang.

Die OMAS GEGEN RECHTS bedanken sich bei der Familie, Freundinnen und Freunden und überhaupt allen, die dabei waren, dass ihr uns „in euer Herz gelassen“ habt.

Wir haben nicht nur geweint – wir haben auch heute zusammen gelacht. „Auch Hunde? Ja, auch Hunde!“

„Das kann man vielleicht noch gebrauchen“, – Maja, die hier schreibt, hat sich natürlich ertappt gefühlt. Wir haben alles sicherheitshalber aufgehoben.

Danke für die Bilder aus dem Leben, für die vielen bewegenden Worte, für die Geschichten. Die Amsel hat den ganzen Raum gefüllt. Danke Hannah für die Lieder und das Märchen am Grab! Barbara war da ganz lebendig für uns alle. Das nehmen wir mit. Es waren auch Menschen dabei, die gar nicht dabei sein konnten – Uwe Bunkenburg und Gerhard Gundermann, um nur zwei zu nennen. Danke an die Söhne, die uns so nah rangelassen haben und die OMA-Weste mit zum Grab getragen haben.

Barbara hatte für uns alle Geschenke gekauft, vorsorglich, wie wir das in der DDR so machten, Weihnachten und Geburtstage sind immer zu früh. Liane hat sie liebevoll verpackt, jedes Buch bekam das passende Geschenkpapier., wir haben sie mitgenommen. Danke Barbara für das schöne Buch! Meines ist wunderbar: Es sind Märchen für Kinder und Erwachsene.

Barbara ist nicht weg, sie ist nur anderswo und bei uns.

Hannah hatte noch eine gute Idee: Irgendwann gehen wir alle zusammen ins Kino!

Ja, das machen wir.

Barbara Leucht ist unterwegs – eine notwendige persönliche Würdigung

Barbara Leucht – eine OMA GEGEN RECHTS

Mascha Kaleko hat ein Gedicht geschrieben, das ich sehr liebe. Es heißt „Memento“ und ich werde es unten zitieren.

Gestern schrieb uns einer der Söhne von Barbara: Ihr Lieben, Barbara ist heute Abend gegen 20.30 losgezogen. Wir waren bei ihr und haben mit ihr geweint und ihr die besten Grüße an alle mitgegeben, die auf der anderen Seite auf sie warten.

Barbara habe ich 2018 bei den OMAS GEGEN RECHTS kennengelernt. Seither war sie immer an meiner Seite. Ohne sie hätte ich oft aufgegeben. Wir gehörten zu den wenigen OMAS, die aus der DDR kamen – Generation der Nachkriegskinder und „Auferstanden aus Ruinen“. Die DDR war unser Land, das wir gern besser gehabt hätten, aber verschwinden sollte es nicht. Barbara und ich waren nicht immer, aber fast immer, einer Meinung. Das hat gut getan. Sie hat viel dafür getan, dass ich mich niemals allein gefühlt habe. Mal mit einer SMS, mal mit einem langen Telefonat. Sie war immer bescheiden – nie laut. Sie stellte sich an die Seite, nicht in die Mitte. Aber sie sah viel. Sie liebte die Menschen. Barbara war Kinderärztin. Wir hatten viel zu wenig Zeit für einander. Barbara kümmerte sich um kranke Menschen, aus der Familie, Freundinnen und auch um solche, die einfach nur allein waren und sie brauchten. Ich arbeitete noch. Wir telefonierten oft und lange. Bei ihr konnte ich mich fallen lassen. Sie stand mir bei allen schmerzhaften Trennungen der OMA-Gruppen – und es gab einige – zur Seite. Sie war auch da, als die Angriffe von rechts kamen. Sie war einfach immer da. Auch als sie schon lange im Krankenhaus lag und gegen den Krebs kämpfte.

Wir kannten uns schon einige Jahre, als wir zufällig darauf kamen, dass es zwischen uns auch noch eine andere Verbindung gab als die OMAS GEGEN RECHTS. Unsere Gruppe OMAS GEGEN RECHTS Berlin / Deutschland-Bündnis unterstützt seit vielen Jahren den Jugendklub „Jup e.V.“ in der Florastraße. Zu diesem Klub hatten wir beide eine Verbindung – mein Freund Uwe Bunkenburg war auch ein Freund ihrer Schweigertochter und ihres Sohnes. Liane gehörte zu denen, denen die Existenz des JUP zu verdanken ist. Mit Uwe lief ich barfuß durch die Florastraße, aber das ist eine andere Geschichte.

Auf den Plena unserer Gruppe gibt es eine Frage, die jede am Anfang beantworten soll: Wie geht es Dir? Barbara sprach immer über Menschen, um die sie sich kümmerte, nie über sich. Sie machte jeder einzelnen OMA von uns Mut. Sie war meinungsstark, aber sie stritt nie, sie blieb immer freundlich. Ihre Freundlichkeit, ihre Herzlichkeit und ihre Zugewandtheit zu allen – ich wünschte, die könnten wir verteilen. An die Bäume heften als Nachrichten und in die Briefkästen stecken zur Ermutigung.

Ich nehme Barbara mit, wohin ich auch gehe. Das bleibt. Nie werde ich durch die Schönholzer Heide und durch das Ehrenmal gehen können, ohne an sie zu denken. Es wird keine Kundgebung geben, bei der ich sie nicht hinter mir fühle. Und auch, wenn es mir schlecht geht, bleibt sie ein Beispiel für mich. Ihr monatelanger Kampf gegen die Krankheit war einer voller Mut.

Barbare war im Krankenhaus und in ihrem Kampf nicht allein. Es gab eine Besuchsliste und täglich waren Familie und Freunde und Freundinnen um sie herum. Sie erzählte mir, wie dankbar sie war, dass jetzt ihre Söhne für sie eintraten, wenn ihr selbst die Kraft mal fehlte. Sie kämpfte um Rehabilitation, um Selbständigkeit, um zu Hause sein zu können. Sie ist gestern zu Hause gestorben. Sie ist aber nicht weg. Sie ist anderswo – aber auch bei uns. Bei allen Menschen, die sie geliebt hatten.

Wir OMAS werden sie in unserer Gruppe nicht löschen. Sie gehört zu uns. Wir nehmen sie mit, wohin wir auch gehen.

Maja Wiens

 

Mascha Kaléko

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

 

DEMO Gegen Rassismus – Alexanderplatz
Barbara Leucht – OMA GEGEN RECHTS

Berlin – Neuer Protest vor dem „Braunen Haus“ nötig!

Gegenprotest

#b0707 Unfreundliche Begrüßung – Gegen Biedermeier*innen und Brandstifter*innen! Mit Martin Niemöller an der Seite: Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich

war ja kein Kommunist./ Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler./Als

sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja keinJude. / Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte./ Martin Niemöller

Berlin: Mahnwache gegen Antisemitismus

#b1906 #Mahnwache #GegenAntisemitismus Immer wieder stellen war uns an die Synagoge der Kahal Adass Jisroel Gemeinde. Wir sind Nachbarinnen und Nachbarn, aber inzwischen auch Freundinnen und Freunde. Am 18. Oktober 2023 wurde die Synagoge mit einem Brandanschlag angegriffen. Nur ein Zeichen des wachsenden Antisemitismus. Jüdisches Leben muss sicher sein, in Berlin, in Deutschland und überall auf der Welt! Kein Mensch soll Angst haben, einen Davidstern zu zeigen oder eine Kippa zu tragen. Als ein kleines Zeichen begleiten wir den Schabbat. Bitte unterstützt unsere Mahnwache, kommt vorbei.

Mahnwache gegen Antisemitismus

orbei!

Statement zu den Wahlen

Dass die AfD die Wahlen in Thüringen gewonnen hat und in Sachsen zweitstärkste Kraft geworden ist, ist erschreckend, war aber leider vorauszusehen. Wir haben es hier mit einer verfassungsfeindlichen Partei zu tun, die demokratisch gewählt wurde, aber unsere demokratische Grundordnung zerstören will. Vom Verfassungsschutz wurde sie daher in Thüringen und Sachsen als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Wir OMAS GEGEN RECHTS als zivilgesellschaftliche Bewegung waren unentwegt in vielen Städten auch im Osten auf der Straße, haben gewarnt und aufgeklärt. Wir werden nun nicht in Schockstarre verfallen, sondern weiterhin für die Demokratie kämpfen. In Bündnissen und an der Seite der jungen Menschen, um deren Zukunft es geht.

Doch es ist auch und vor allem die Aufgabe der Politik, die Bürgerinnen und Bürger, unsere Verfassung und unsere Demokratie vor ihren Feinden zu schützen. Und die Politik hätte gut daran getan, die Themen der Zivilgesellschaft ernst zu nehmen und sich auf soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zu besinnen, statt sich auf populistische Themen wie Migration zu fokussieren, die Menschenfeindlichkeit der AFD zu übernehmen oder Ampel-Bashing zu betreiben.

Für die Landtage in Thüringen und Sachsen heißt das: Keine Koalition und keine gemeinsamen Gesetzesvorhaben mit der AfD. In Erinnerung an die Wahl von 1924 muss gerade in Thüringen dafür Sorge getragen werden, dass sich die Geschichte 100 Jahre nach der Wahl 1924 nicht wiederholt. Demokratie darf nicht aufgeweicht werden. Es gibt so wenig ein bisschen Demokratie, wie man nicht ein bisschen schwanger sein kann.

Ich komme gerade von der Verleihung des Aachener Friedenspreises. Gemeinsam mit vielen Mitstreiterinnen aus großen und kleinen Städten haben wir an die Bedeutung der Errungenschaften unserer Demokratie und unseres Grundgesetzes erinnert und die Notwendigkeit bekräftigt, sich weiterhin unermüdlich und unverdrossen dafür einzusetzen. Wir sind mehr. Und das muss so bleiben.

Uta Saenger für die OMAS GEGEN RECHTS

Solidarität

Die OMAS GEGEN RECHTS – erklären ihre Solidarität mit dem Schulleiter in Mecklenburg-Vorpommern, der wegen rechtsextremer und ausländerfeindlicher Posts einer Schülerin die Polizei konsultiert hat. Diese hat zwar keine strafrechtliche Relevanz gesehen, aber mit der 16-jährigen Schülerin und anschließend mit der Mutter der Schülerin ein kurzes Gespräch über die Problematik solcher Posts geführt.

Wir sind entsetzt über die Instrumentalisierung dieses Ereignisses durch rechtsextreme Kreise und insbesondere über die Hetzkampagne, die auf social media gegen den Schulleiter losgetreten wurde. Wir wünschen dem Schulleiter weiterhin Standhaftigkeit und ermutigen alle Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter ebenso konsequent zu handeln.

Mit solidarischen Grüßen

OMAS GEGEN RECHTS – Deutschland-Bündnis