OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS
OMAS GEGEN RECHTS

OMAS GEGEN RECHTS – Brief an die Mitglieder der politischen Gremien in Halle

                                                                                 August 2020

OMAS GEGEN RECHTS

An die Mitglieder der politischen Gremien in Halle

Appell zum Handeln:
Rechtsextreme Hetzredner in Halle, die die Menschenwürde missachten, müssen juristisch zur Rechenschaft gezogen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist uns bekannt, dass das schöne Halle eine lebendige grüne Stadt mit großem Potential in Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Medien ist.
In der jüngeren Vergangenheit zeigt sich allerdings ein eher übles Bild Ihrer Stadt weit über die Stadtgrenzen  hinaus.
Man assoziiert nun eher antisemitische und rassistische Pöbeleien, Hass-Tiraden und dass es ungestraft möglich ist, menschenverachtende Reden mitten in der Stadt zu halten.
Mit angewidertem Kopfschütteln lesen und hören wir die Anwürfe eines Sven Liebich, der vom Verfassungsschutz der rechtsextremen Szene zugerechnet wird. Er hat wohl ergebene Gefolgsleute, die ähnlich gesinnt sind oder die sich von ihm anstacheln lassen.  
Seine Provokationen treffen oft weit unterhalb der Gürtellinie, wenn sie z.B. gegen Mitglieder der OMAS GEGEN RECHTS gerichtet sind.  Sie  sind zudem von hoher Aggressivität begleitet.

Dass derartige die Würde der Menschen verhöhnende Äußerungen bisher ohne rechtliche Konsequenzen bleiben konnten, ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, Mitmenschen maßlos beleidigen und bedrohen zu können.

Es stimmt zuversichtlich, dass es auch bei Ihnen Bürger und Bürgerinnen gibt, die  eine lebendige Demokratie pflegen und sich mit Zivilcourage der rechten Hetze entgegen stellen. Wir sind stolz, dass dazu auch die Gruppe OMAS GEGEN RECHTS in Ihrer Stadt gehört. 

Bitte fördern und unterstützen Sie die Kräfte in Halle, die sich für Demokratie, Weltoffenheit und Vielfalt engagieren.

Setzen Sie sich als Politikerinnen und Politiker in Halle dafür ein, dass ein solches menschenverachtendes Verhalten wie das von Herrn Liebich unterbunden und geahndet wird.
Nie wieder darf das passieren, was zwischen 1933 und 1945 geschah. Es waren nur 12 Jahre, in denen sich dieses Inferno entwickeln konnte. Wehren Sie den Anfängen.

Wir verbleiben
mit freundlichen Grüßen
OMAS GEGEN RECHTS

Unterzeichnende Gruppen

Bergedorf &Drumrum  

Berlin

Bremen                                                                                       
Bremerhaven und Umzu

Hamburg

Hamburg-Süd

Kiel

Stade

Wetterau

OMAS GEGEN RECHTS IN

Solidarität ist unsere Stärke! Hetzer haben auf dem Marktplatz in Halle nichts zu suchen!

Solidaritätsaktion für die OMAS GEGEN RECHTS in Halle

Die OMAS GEGEN RECHTS wollen nicht länger unwidersprochen zusehen, wie die OMAS GEGEN RECHTS in Halle und anderswo von dem rechtsextremen Sven Liebich beleidigt werden. Sie sind nicht bereit, hinzunehmen, dass in Halle geduldet wird, was nicht geduldet werden darf: Dass Einzelne und Gruppen verunglimpft, angegriffen und beleidigt werden.

Deshalb tauchten wir am Sonnabend, dem 8.8. in Halle auf – auf dem Marktplatz, als Flashmob von überall aus Deutschland her. Viele Gruppen hatten einige OMAS geschickt. Die Überraschung ist uns gelungen! Auch wenn die paar Hanseln sich schnell ihr hässliches T-Shirt überzogen (Opas gegen Links), sie hatten den OMAS GEGEN RECHTS nichts entgegen zu setzen – nur Hetze und Beleidigungen.

Wir trugen Maske!

Der größte Verstärker kann nichts ausrichten gegen die Macht der Solidarität! Alerta, Alerta – die OMAS, DIE SIND HÄRTER.
Lest unser Flugblatt und verteilt es. Sorgt mit uns dafür, dass der Hallenser Marktplatz wieder frei wird von Hetze!

Die Demokratie muss wehrhaft sein!
Die OMAS GEGEN RECHTS bedanken sich ausdrücklich für die Unterstützung vieler Menschen, Halle gegen Rechts und weiterer Organisationen.

Die Glocken der Marktkirche in Halle haben dann außerplanmäßig und lange zu unserer Unterstützung geläutet. Die Kirche schreibt dazu: „…Nicht die Verachtung, so wie sie seit Wochen auf dem Marktplatz gebrüllt wird, hilft unserer Menschheit, sondern die Achtung jedes Einzelnen. Um Kraft und Friedlichkeit wollen wir im Gebet bitten, um dann hinauszugehen und die Demo für Demokratie und Menschlichkeit zu unterstützen.“

Bitte unterstützt uns! Weitere Informationen folgen!
Solidarität ist unsere Stärke!
Erst wird gehetzt und dann geschossen – die Toten mahnen uns!

 

(Wir machen weiter und halten Euch auf dem Laufenden – die Aktion ist nicht beendet, solange gehetzt wird!)

OMAS GEGEN RECHTS - FLYER HALLE
OMAS GEGEN RECHTS – FLYER HALLE
OMAS GEGEN RECHTS - FLYER HALLE
OMAS GEGEN RECHTS – FLYER HALLE

Entfreundet Euch – Post einer OMA GEGEN RECHTS bei Facebook

Vera Steden, Leichlingen
 

Seit gestern schaue ich mir nun die Fotos der Berliner Coronaleugnerdemo an. Eigentlich könnten es schöne Fotos sein. Bunt sind sie. Wenn ich sie mit Fotos von rechten Demos vergleiche, fällt mir kein einziges Schwarz-Weiß-Foto auf. Ein Filter, der sonst gerne für bedrohliche Szenarien genutzt wird. Fantasievoll verkleidete Menschen in der Hauptsache, keine Glatzen, Springerstiefel oder sonstiges geistiges Persönlichkeitsmobiliar. 16.000 Besucher oder 1.000.000. Keiner weiß es so genau. Wichtig ist einzig, dass diese Menschen in ihrer Verblendung bereit sind, entgegen alle wissenschaftliche Erkenntnisse jeden Menschen, der in den nächsten Tagen in ihre Nähe kommt, zu gefährden. Maske aus! Kondom weg! Lass se ersaufen! Wir können nicht alle retten! Mir das meiste! Jeder, der will, kann ne Wohnung kriegen, dann muss auch niemand auf der Straße schlafen! Warum eigentlich noch auf die Feinheiten achten? All das sind Auswüchse einer Mentalität, die einzig den eigenen Spaß, den eigenen Wohlstand und den persönlichen Komfort vor Augen hat. Maske ab! Alle Menschenverachtung in zwei Worten! Heute kann es ein Virus sein, gestern ertrinkende Geflüchtete und morgen? Wer weiß das schon. Eine laute Minderheit, die sich als absolute Mehrheit fühlt findet gerade in der heutigen Zeit, in der die Probleme potenziert sichtbar werden, stets Gelegenheiten, alles in Frage zu stellen, was Wissenschaft, Moral und Ethik uns abverlangen.

Es waren wohl auch viele Besucher mit ihren Kindern da. War es ihnen egal, dass die Kinder seit März kaum in die Schule oder in den Kindergarten gehen konnten? Egal, dass gerade die Schüler in den höheren Klassen wegen des Homeschoolings, das teilweise digital, teilweise nicht stattfand, regelrecht abgetaucht sind? Egal, wie viele Kinder und Ehepartner in ihrer persönlichen Hölle zu Hause wie Gefangene lebten? Egal, wie vielen Kulturinstitutionen, Freischaffenden, Künstlern, Gaststättenbetreibern das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht? Egal, dass man Verwandte in Pflegeheimen und Krankenhäusern nicht besuchen konnte und Menschen, die man liebt, gestorben sind, ohne dass man sich von ihnen verabschieden konnte? Egal, dass wir auch jetzt wieder auf dem besten Weg sind, unsere Kinder, Jugendliche, die Älteren und Schwächsten unserer Gesellschaft zu opfern für das Gefühl, als Minderheit überlegen zu sein und den Zweifel sowie die Ablehnung derart kultiviert zu haben, dass jede Logik ad absurdum geführt wird.

Es gab sie doch immer schon. Die Handvoll derer, die aufgewacht sind, die sich erleuchtet fühlten und im Besitz der absoluten Wahrheit waren. Niemand, auch kein Wissenschaftler kann auf seine Wahrheit pochen und sie als unumstößlich ansehen. Das wird auch niemand. Wahrheit ist fragil und oft von einer Perspektive abhängig. Sie ist so lange gültig, bis es neue Erkenntnisse gibt. So lange sollten wir ihr vertrauen , auch wenn es nicht unsere ist. Ich glaube, ich bin die erste, die ihre Maskensammlung nach ganz hinten ins Regal räumt, wenn es einmal vorbei ist, denn dieses Gefühl mit der Maske vor dem Gesicht nervt mich auch. Ich möchte das ganze Gesicht meines Gegenübers sehen und auch mein ganzes Gesicht zeigen. Dennoch… wir benötigen Geduld und dieser Geduldsfaden wird mit jeder dieser idiotischen Demos weiter strapaziert und wird so länger und länger. Das macht mich richtig wütend! Die Zeit der Pandemie verlängert sich mit jedem, der diese Pandemie leugnet und nicht bereit ist, diese wenigen Regeln, die unangenehm sein können und trotzdem von jedem ohne Probleme befolgt werden können, einzuhalten. Deshalb…

Habt Geduld! Und die, die gestern in Berlin waren oder auch nur im Geiste bei diesen Chaoten mitmarschiert sind und sich überlegen fühlen, indem sie auf die einfachsten Anstandsregeln verzichten und sich so als Widerstandskämpfer fühlen:

Entfreundet euch! Ernsthaft! Es gibt keine Gemeinsamkeiten!

Die Redaktion der Seite OMAS GEGEN RECHTS DEUTSCHLAND-BÜNDNIS bedankt sich bei der Autorin für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Wer und was sind die Rechten? OMAS zum Anhören

Unsere OMAS aus Österreich haben analysiert – wer sind die Rechten überhaupt? Gegen wen richtet sich Ihr und unser Engagement? Warum werden wir gebraucht?

Antworten könnt Ihr hören!

„Wer und was sind die Rechten?
In welcher Tradition stehen sie, welche Haltung, Gesinnung und Themen versuchen sie in der Gesellschaft zu verbreiten?
Diesen Fragen gehen OMAS on AIR in den Sendungen im Juli und August nach.“

KLICK zur Julisendung

 

 

 

Stecke #unteilbar

#SoGehtSolidarisch – OMAS GEGEN RECHTS BERLIN

Das Brandenburger Tor ist das Wahrzeichen Berlins, die Sehenswürdigkeit, die vermutlich die meisten Touristen anzieht. Ein Ort, der Berlin noch immer teilt – auch wenn man das nicht sieht. Wir OMAS GEGEN RECHTS BERLIN, sind fast alle BerlinerInnen (schon lange oder gerade erst gewordene) mit ganz unterschiedliche Lebensgeschichten. Die einen sind im Westen groß geworden, andere im Osten aufgewachsen, manche haben in beiden Systemen gelebt, jetzt gehen wir jedenfalls gemeinsam auf die Straße gegen RECHTS. Zu unseren Stärken gehört, dass wir manchmal über Unterschiede reden, aber dass wir sie im OMA GEGEN RECHTS BERLIN-Alltag überhaupt nicht spüren.

Dass wir heute am Startpunkt der großen Unteilbar-Demo stehen durften (es war eine Steh-Demo), hat uns sehr gefreut.  Wir wollten gemeinsam mit vielen anderen ein Band der Solidarität knüpfen. Quer durch Berlin -von Ost nach West – oder andersrum. Denn wo der Anfang und das Ende einer Menschenkette ist, das ist schwer feststellbar. Aber die Organisatoren von #unteilbar hatten es so kommuniziert: Vom Brandenburger Tor…

Wir hatten einen Haufen Forderungen im Gepäck und den Mut, uns für sie auf die Straße zu stellen.

  • Bessere Arbeitsbedingungen und gute Löhne für alle. Gleiche Rechte und Schutzbedingungen für migrantische Arbeiter*innen
  • Geschlechtergerechte Verteilung von Sorgearbeit
  • Kostenlose Gesundheitsversorgung für alle und Rücknahme der Privatisierungen
  • Sicherer und guter Wohnraum für alle: Unabhängig von Geldbeutel und Aufenthaltsstatus
  • Demokratisierung der Wirtschaft und mehr Mitbestimmung in den Betrieben
  • Eine Steuerpolitik, bei der die wirtschaftlich Starken und Vermögenden die Kosten der Krise tragen
  • Sozial und ökologisch gerechte Konjunkturprogramme
  • Schuldenerlasse und Unterstützung der von der Krise besonders hart getroffenen Länder
  • Für das Recht auf Schutz und Asyl – Auflösung menschenrechtswidriger Unterbringungen – Aufnahme der Geflüchteten aus den griechischen Lagern jetzt – Solidarität kennt keine Grenzen!
  • Menschenrechte müssen weltweit der Maßstab für die Bewältigung der Krise sein
  • Einen gesellschaftlichen Pakt gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsterrorismus

E s war warm, sehr warm – in der heißen Sonne zu stehen, mit Mundschutz, das ist durchaus anstrengend. Alle haben durchgehalten – das 9 km lange Band der Solidarität zog sich durch Berlin – 1 Stunde lang. (Für den Notfall hatten wir „Springerinnen“) Aber fest steht:

#SoGehtSolidarisch

OMAS GEGEN RECHTS
BLACK LIVES MATTER

Rassismus – hier und anderswo

Viele kluge Menschen haben sich bereits zum Thema Rassismus geäußert. Warum sollen „OMAS gegen Rechts“ auch noch ihren Senf dazu geben? Ganz einfach, weil unsere Bewegung die Verneinung jedes Rassismus in ihrer DNA hat. Wir gehen besonders sensibel mit diesem Thema um, weil wir aus unserer Geschichte gelernt haben und weil wir die Seuche des Rassismus auch heute noch bei uns, in Deutschland und in Europa, erleben. Aktuelle Argumente möchte ich nicht aufgreifen, sie sind uns allen aus öffentlichen Medien präsent. Ich möchte etwas zu den Ursachen zu sagen. Besonders bewegt und betrifft uns unser Verhältnis zu unseren jüdischen Mitbürgern, die seit etwa 2000 Jahren aus Palästina auf der Flucht vor der römischen Unterdrückung in das damalige Germanien auswanderten. Quelle: „Leo Sievers, Juden in Deutschland, die Geschichte einer 2000jährigen Tragödie.“ „Seit bald 2000 Jahren leben Juden in Deutschland. Sie kamen als Flüchtlinge und Heimatvertriebene im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung und als sie kamen, hatten sie schon eine bewegte Geschichte hinter sich….Deutschland wurde ihr Schicksalsland vor allen anderen.“

Diese Sätze über Migration der Gegenwart wiederholen sich auf andere Weise in den Jahren 2015 und folgende, mit Menschen auf der Flucht vor Krieg und Hunger, die in Deutschland Zuflucht suchen.

Anders gestaltet sich das Thema Rassismus in den USA. „Die Geschichte der Vereinigten Staaten beginnt mit den dreizehn britischen Kolonien, die 1776 ihre Unabhängigkeit erklärten. Einer der ersten afrikanisch stämmigen Einwohner der seit 1607 dauerhaft bestehenden britischen Kolonie Virginia war Anthony Johnson, der 1621 als Schuldknecht nach Jamestown gebracht wurde “ (Zitat: wikipedia.org) Die Besiedlung und Beherrschung des amerikanischen Kontinents erforderte den „Import“ von billigen Arbeitskräften. Es bot sich der „Export“ afrikanischer Menschen aus den dort bereits bestehenden europäischen Kolonien an. Selbstverständlich war mit der Inbesitznahme der afrikanischen Menschen deren Zwangsmissionierung verbunden. Die versklavten Afrikaner hatten keinerlei Menschenrechte, die ihnen verliehenen Namen waren die der jeweiligen Sklavenherren, das Prinzip der Entmenschlichung und Herabsetzung führte und führt zu all den Auswüchsen, die auch heute in den jetzt aktuellen Menschrechtsverletzungen erlebbar sind. Während die Unterjochung Nicht-Europäischer Ureinwohner in den Vereinigten Staaten durch vornehmlich Nordeuropäer erfolgte, wurde Mittel- und Südamerika durch die damaligen Weltmächte Spanien und Portugal betrieben. Gern exportierte man Gold und Silber und Gewürze an die europäischen Königshöfe, die Unterdrückung, Missionierung und teilweise Ausrottung der Ureinwohner war auch hier das Merkmal europäischer Machtausübung. Die Kolonisierung Afrikas durch weiße Siedler bedeutete auch hier Vertreibung, Ausbeutung und Zwangsmissionierung der Ureinwohner. Das Thema Rassentrennung ist bis zur Gegenwart erlebbar.

Was haben Migration nach Europa und Kolonisierung durch Europa für Spuren hinterlassen? Die Juden, die nach Deutschland auswanderten, waren größtenteils hoch gebildet, durch ihre wechselvolle Geschichte konnten sie sich anderen Kulturen anpassen, ohne dabei ihre Identität zu verlieren. Die Ausgrenzung der fleißigen, gebildeten Juden bedeutete im Konkurrenzkampf, ihnen Einschränkungen bei der Berufswahl – und ausübung, der Namensgebung aufzuerlegen und sehr bald auch die Einschränkung der Wohngebiete in Ghettos sowie der Religionsausübung. Eine Überlegenheit der „Arier“ über deutsche „Semiten“ konnte nur durch Ausbildung künstlich erzeugter Ideologien hergestellt werden. Das ging so weit, dass viele „Arier“ sich ihre Menschlichkeit aberzogen, was bis zum Holocaust führte. Wir „OMAS gegen Rechts“ sehen es als unserer Aufgabe an, dass die Untaten unserer Vorfahren in unserem Bewusstsein und dem unserer nachfolgenden Generationen bleiben. Diese verheerende Erfahrung veranlasst uns, bei der Aufnahme und Unterstützung jetziger Migranten ihnen Mitgefühl und Respekt entgegen zu bringen. Die sich vor allem in den USA abzeichnenden Probleme sind vor allem durch das tradierte Bewusstsein einer Überlegenheit der weißen Rasse gegenüber dunkelhäutigen Afroamerikanern und Migranten geprägt. Sie mussten und müssen sich eine Gleichbehandlung bei Zugang zu Bildung, Arbeit, Wahlen und Gesundheitsschutz mit Blut und Tränen erkämpfen. Wir „OMAS gegen Rechts“ sehen in jeglicher Diskriminierung von Menschen anderer Rasse, Religion oder sexueller Orientierung eine Verletzung der Würde eines jeden Menschen. Wir wissen und fordern, dass durch Zugang zu Bildung und einer Behandlung auf Augenhöhe aller Menschen in allen Ländern Flucht vermieden und eine gerechtere Güterverteilung erreicht werden soll. Eine gerechte Welt ist möglich! Um es mit dem abgewandelten Ausruf der Afroamerikaner zu sagen: „Black lives matter“, aber auch „All human lives matter“.

Herzliche Grüße, Ulla Schneider de Moreno

2 Jahre Bremer OMAS GEGEN RECHTS – aktiv auch in der Coronakrise

Eigentlich wollten die 150 Bremer OMAS GEGEN RECHTS am 6. Juni ein rauschendes Fest zu ihrem 2-jährigen Bestehen feiern, aber die Corona-Krise macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen stehen sie am 6. Juni ab 13.00h auf dem Bremer Marktplatz – mit Abstand und Masken – und demonstrieren stumm gegen eine neue rechte Gefahr: die Anti-Corona-Demos.

Seit Wochen versammelt sich in vielen Städten eine wachsende Anzahl von Menschen, und zwar eine gefährliche Mischung :

Leute,die um ihren Arbeitsplatz bangen, Menschen, die die Existenz  oder Gefährlichkeit des  Virus schlichtweg leugnen, Verschwörungsideologen aller Arten (so abstrus, dass sie hier nicht  aufgezählt werden sollen), Menschen, die glauben oder Angst haben, jetzt in einer Diktatur zu leben, Impfgegner, Mitglieder der Bewegung Widerstand 2020, in der viele der oben Genannten vereint sind und Rechtsextreme, die  – wie immer – ihre eigene Opferrolle hervorkehren (Opfer der „Merkeldiktatur“) und dabei geschichtsvergessen und provozierend den Judenstern und Anne Frank auf ihren T-Shirts tragen. Wie immer bei neuen Bewegungen versucht die AfD, diese zu kapern – und  meldet selbst inzwischen viele derartige Demos an. Die meisten Leute tragen dabei keine Masken, halten auch Abstandsregeln nicht ein, gefährden also andere Menschen. Sie sind  nicht nur politisch eine Gefahr, sondern auch existentiell.

Für die OMAS GEGEN RECHTS, die es inzwischen in weit über 100 Städten in Deutschland gibt, steht an erster Stelle Artikel 1, Absatz 1 unseres Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“und Artikel 2, Absatz 2: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ .Das ist der Ausgangspunkt all unseres Handelns. Beide Grundrechte werden auf Anti-Corona-Demos von vielen verletzt  Wir OMAS sehen die Einschränkungen einiger Rechte in dieser Corona-Krise als notwendig an, da sie auf klarer demokratisch-gesetzlicher Grundlage erfolgt sind und tragen sie solidarisch mit.

Einzelne Maßnahmen beobachten und begleiten wir auch kritisch, z. Bsp die Situationen in Alten- und Pflegeheimen, in einigen Flüchtlingsheimen, die Situation der Behinderten, die Belastung vor allem der Frauen, die in Familie und in unterbezahlten „systemrelevanten“ Berufen wieder einmal die Hauptlast auf ihren Schultern tragen und in scheinbar längst überwundene Frauenrollen zurückgedrängt werden.

Die OMAS GEGEN RECHTS stehen am 6. Juni auf dem Marktplatz, um vor den Anti-Corona-Demos zu warnen. Sämtliche politische Extremisten freuen sich über die Schar von Opfern, die sich so leicht manipulieren lassen, sie geben ihnen das Gefühl, eine Heimat zu haben, Recht zu haben – das und das sorglose Umgehen mit möglichen Infizierungen halten wir für äußerst gefährlich..

Nach der Marktplatz-Demo werden die OMAS, ihrem Leitspruch „Nie wieder“ gemäß, jeweils zu Zweit zu verschiedenen Stolpersteinen in der Innenstadt gehen, diese putzen, Blumen niederlegen und mit Abstand Passanten über die jeweilige Geschichte des Nazi-Opfers informieren.

Da momentan keine monatlichen Treffen der OMAS stattfinden können, läuft  sämtliche Kommunikation über die Facebookgruppe OMAS GEGEN RECHTS Bremen, über eine Whatsapp -Gruppe und über Mails (omasgegenrechts-bremen@web.de) Informieren kann man sich auch über die OMAS auf unseren Websites omasgegenrechts-nord.de  und omasgegenrechts-deutschland.de

Gerda Smorra

Wir warnen
Wir warnen davor, sich den Anti-Corona-Demos anzuschließen
Tag der Befreiung - Gedenken in Bremen

Rückblick: Bremer OMAS am 8. Mai 2020

Am 08. Mai hielt die VVN-BdA Bremen in Kooperation mit dem Verein Deutsch-Russische Friedenstage Bremen e.V. und den OMAS GEGEN RECHTS zum Gedenken an den 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und Krieg auf dem Bremer Marktplatz eine Mahnwache ab. Unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes und der Maskenpflicht versammelten wir uns, um zu gedenken.

Wir Bremer OMAS bildeten mit 16 Omas, die größte Gruppe. Obwohl die Meisten von uns zu Risikopersonen zählen, ließen wir es uns nicht nehmen, an so einem wichtigen Tag präsent zu sein. Es gab kurze Redebeiträge. Simon Elias, von der „shakespeare company e.V.„, trug den Schwur von Buchenwald vor und die antifaschistischen Lieder, die das „Rote Krokodil“ spielte, machten das Gedenken zu einer würdigen Veranstaltung.

Einige OMAS gingen danach noch Blumen an Stolpersteinen niederlegen, um der Opfer zu gedenken.

Es war schön endlich mal wieder zusammen auf der Straße zu sein, aber auch in dieser Zeit geben wir den Kampf gegen Rechts und das Erinnern nicht auf.

(Marion)

8. Mai – Tag der Befreiung

Rückblick – Bremen: 1. Bremer Oma-Rathaus-Walk am 7. März 2020

Mit 30 Omas gegen rechts sind wir mit unseren Liedern zweimal um’s Bremer Rathaus gegangen und bekamen sogar spontane Instrumentalunterstützung. Wir erlebten angenehm interessierte Aufmerksamkeit von älteren bis jüngeren PassantInnen für unser Engagement. Die erste Einzelaktion der Bremer Omas war sehr gelungen. Sie wird die nächsten Monate jeden ersten Samstag im Monat von 13 bis 14Uhr stattfinden. Großen Dank an die Organisatorinnen.